Mittwoch, 25. Juli 2018

Rückblick: Die US-Chroniken der Wonderers - 2012


Wie schon angekündigt, möchte ich nun nach und nach (relativ) abgespeckte Reiseberichte unser USA-Reisen hochladen. Je aktueller sie werden, desto ausführlicher fallen sie sicher aus. 

Reisemonat:
August/September

Orte:
New York
Orlando
Miami

Spots:
NYC
Kelly Park, FL
Magic Kingdom, FL
Dolphin Research Center, FL
Children Museum Miami, FL


Vorgeschichte:
Ich selbst war bereits mit 14 Jahren einmal in den USA. Ca. 2 Wochen lang besuchte ich meine Großtante in Cleveland, Ohio. Die gab sich damals ordentlich Mühe, mir so viel wie nur möglich zu zeigen. Eine ganze Schublade voller Fotos erinnert mich an Ausflüge an die Niagara Fälle (beide Seiten), nach Seaworld, Downtown Cleveland, ... Der Grundstein meiner Amerika-Liebe war gelegt, doch es sollte Jahre dauern, bis ich wieder rüber kommen würde.

Mr. Wonderer war in Teenie/Twen Jahren mit Kumpels mal ein paar Tage in New York, später dann beruflich in New York/New Jersey, jeweils für knapp 2 Wochen. 

Er brachte Mitbringsel mit, Fotos, Erzählungen, und langsam aber sicher reifte in uns der Plan einer Familienreise in die USA.

Wir sparten lange, als Familie mit zwei kleinen Kindern (2012 waren sie 4 und 7 Jahre alt) war das ein finanzielles Großprojekt.

Anfang des Jahres hatten wir ein Budget, das uns reichen sollte und verbrachten viele Stunden im Reisebüro. Bisher hatten wir keine große Reiseerfahrung, führten uns die vorherigen Urlaube mit Kindern an den Bodensee und nach Spanien.

Nicht ganz drei Wochen vor der großen Reise schlug das Schicksal erbarmungslos zu. Mein Schwiegervater wurde von heute auf morgen schwerst krank. Mr. Wonderer ist Einzelkind, sein Papa war alleinstehend. 

Kurz vor der Reise verstarb er. Wir befanden uns in einer riesengroßen Seifenblase des Schocks, der Trauer, der Verarbeitung und hatten zusätzlich das Großprojekt Wohnungsauflösung und Formalitäten, wenn jemand stirbt, zu stemmen. Der ganze Urlaub stand auf der Kippe. 

Es mag herzlos klingen: Doch wir flogen trotzdem. Der Schwiegerpapa hatte es so gewollt, er hatte sogar versucht, uns seine Krankheit zu verheimlichen, damit wir gingen. Erzählte jedem stolz, dass sein Sohn nun nach Amerika fliegt. 

So wurde nun die "Jet-Set-Wir-erkunden-die-Welt"-Reise zu einer der Seelenheilung. 

Los geht's:

Meine Mutter brachte uns nach Frankfurt zum Flughafen, wo wir gespannt auf unseren Flieger warteten. Für Jana war es der erste "bewusste" Flug, sie war als Baby mit uns in Spanien. Mika erinnerte sich noch an den Europa-Flug.


Besonders freuten sie sich auf unlimitiertes Fernsehen an Board. Leider funktionierte das bei Mika jedoch nicht. Später bekamen wir einen Gutschein als Entschädigung. Den wir nie einlösten...


Mein Mann war zuvor mehrmals in New Jersey für die Arbeit. Darum buchten wir auch das Hotel, in dem er immer gewohnt hatte. Dies machte die Reise erst möglich, denn die NY-Hotels hätten das Budget gesprengt. So wohnten wir drei Tage lang im LaQuinta in Seacaucus. Vor dem Hotel war eine Bushaltestelle, die uns direkt mit Manhattan verband. Wir fanden's gut. ;-)

Gleich nach der Ankunft gingen wir noch in den Walmart für Snacks und Getränke. Leider funktionierte der Shuttle nicht, sodass wir übermüdet und mit ausgelaugten Kindern im Schlepptau noch eine Wanderung durchs amerikanische Industriegebiet machen mussten. 


Gleich am nächsten Tag stiegen wir in den Bus. Ganz aufgeregt sichteten wir schon die Skyline.


Wir - und vor allen Dingen die Kinder - liefen mit offenen Mündern durch die Stadt der Reizüberflutung.







Ganz besonders gut gefiel uns der Central Park.


Mika erklomm jeden Felsen...


... während es Jana ans Wasser zog.



Auch den Apple Store besuchten wir. Wahnsinn, wie voll es da war (es gab keine Aktion o. ä., das war die Alltagsfrequenz dort).



Das Natural History Museum war ein Highlight für die Kinder. Zuhause hatten sie den Film "Nachts im Museum" angeschaut.




Die Größe der Ausstellung überschritt jedoch das Aufnahmevermögen aller Wonderers. Wir sollten wiederkommen...

Ein weiterer Touri-Spot, den wir besuchten war Strawberry Fields, bzw. das Dakota Building, vor dem John Lennon erschossen wurde und in dem Yoko Ono noch heute lebt.


Das neue World Trade Center war gerade im Bau. So kindgerecht wie möglich erklärten wir den Kiddies, was es damit auf sich hat. Traurig... 


Jana wünschte sich so sehr, dass wir die Freiheitsstatue besuchen. Doch daraus wurde nichts. Wir waren nicht vorbereitet, hatten nichts gebucht und hätten viele Stunde warten müssen. Wir versprachen ihr, dass wir das nächste Mal, wenn wir nach New York reisen würden, auch zur Statue gehen würden. 



Die Kinder schlugen sich wacker und ich habe keine Ahnung, wieviele km wir durch den Big Apple stapften. 


2012 war der Dunkin Donuts Laden noch ein Highlight für uns. Erst Jahre später gab es hier in Deutschland Filialen in unserer Gegend.


Die Brooklyn Bridge ist mein Favorit. Keine Ahnung wieso, doch an dieser Brücke hab ich einen Narren gefressen. Einen kurzen Schockmoment hatten wir, als Mika beinahe von einem Fahrrad auf der Brücke erfasst wurde. Wir Landeier waren so manches mal zu unvorsichtig, hehe.


Nach drei Tagen stiegen wir in ein kleineres Flugzeug, das uns nach Orlando brachte. Ich hatte im Vorfeld Reiseberichte im Florida Forum verschlungen und schon der ganzen Familie erzählt, dass es da ein gaaaanz tolles Restaurant namens CiCis Pizza geben würde. Und ja - unsere Erwartungen wurden erfüllt. Bis heute gehen wir dort gerne hin.


Unser "Hotel" war leider gar nicht schön. Wir hatten das supergünstige Metropolitan Resort gebucht. Wuarghghs. Niemals mehr wieder. Ungepflegt war es und ich hab mich darin nicht sicher gefühlt. 



Ein weiteres Restaurant, in das wir unbedingt wollten, war das Golden Corral. Auch ein Buffet-Restaurant. Mit Schokobrunnen, Zuckerwatte zum Frühstück und all solchen "Sünden", die man sich dann im Urlaub eben so gönnt. Man beachte den Pflichtanteil der Vitamine auf dem Kinderteller.... :-)


Orlando ist extremst touristisch, doch es gefiel uns gut. Barbie-World-Planet-Plastic, das war uns klar, doch wir genossen die Zeit.


Unser Mietwagen. 2012 noch ohne Navi, mit klassischen Straßenkarten. Bis heute staune ich über meinen Mann, der uns echt überall hinbrachte...


Hier noch das Metropolitan Resort von außen. 


Wir shoppten im Outlet Center (die Kinder träumten schon länger von Crocs).



... und spielten Minigolf. Die Minigolf-Anlagen in den USA sind einfach unschlagbar im Design, wie ich finde. Diese hier hatte das Thema Piraten.



Um Internet nutzen zu können, setzten wir uns in den riesigen McDonalds. Der Wahnsinn, wie laut es darin war. 



Ein Ausflug führte uns nach Old Town in Kissimmee. Schön war's da!







Direkt daneben gibt es einen FunSpot. Den schauten wir uns auch an. Das ist eine Art Dauer-Volksfest.



... und dann waren sie platt ... ;-)


Was heute Disney Springs heißt, hieß damals noch Downtown Disney. Wir bummelten durch bis es dunkel wurde.









Nach all dem Großstadt-Dschungel und Orlando-Bling-Bling sehnten wir uns nach etwas Ruhe und grün. Man empfahl uns den Kelly Springs Park bei Apopka. Wir machten uns auf den Weg...



Man konnte sich Reifen mieten (außerhalb des Parks) und dann im eiskalten Wasser einen Bach entlang treiben lassen, bis man in einem Bassin ankam. 





Es war herrlich. Ich blieb draußen, Frostbeule, die ich bin, doch wir genossen den Ausflug in vollen Zügen.



Erst später bemerkten wir, dass mein Mann nicht nur mir gefällt... Er war voller Moskitostiche.


In Orlando hatten wir vergünstigte Tickets für Disney World gekauft. Da dieser Verkauf in einem Laden abgewickelt worden war, hatten wir angenommen, dass das alles rechtens ist. War es leider nicht. Die Tickets wurden am Eingang für ungültig erklärt. So mussten wir neue kaufen. Autsch! Zum Glück erhielten wir am nächsten Tag den Preis des Erstkaufes anstandslos zurück. Wir hätten sonst aber auch die Polizei gerufen.

Los ging's - where dreams come true - oder so ähnlich. Sagen wirs mal so: Die "Luftfeuchtigkeit" war arg hoch. Hehe...




Zum Glück hörte der Regen bald auf. Wir hatten einen total schönen Tag! 







Unsere Zeit in Orlando war zu Ende. Der letzte Stop sollte Miami Beach sein. Wir hatten ein wahnsinnig tolles Hotel. Den Preis weiß ich nicht mehr, nur dass wir (aus welchem Grund auch immer) ein Mords-Schnäppchen schlugen, denn wann immer wir wieder danach geschaut hatten, war es unbezahlbar. Das Riu.


Unser Zimmer war nicht nur lila, es roch auch lila. 



Vom Hotelgelände zum Strand waren es nur wenige Meter.



Wir erkundeten die Umgebung...



Und schauten uns abends die Lincoln Road an. 


In Miami gibt es ein ganz tolles Kindermuseum. Bis heute schwärmen beide Kinder davon. 







Mein 30. Geburtstag fiel in den Miami-Zeitraum. Als Geschenk bekam ich einen Besuch im Dolphin Research Center in Marathon, auf den Keys.



Alleine die Fahrt dorthin war ein Genuss.








Im Dolphin Research Center wird kein Tier zu irgendetwas gezwungen. Das war der Grund meines Wunsches, eben dort Delphine zu sehen und nicht in Seaworld oder anderen Tierparks.


Im Center gab es auch einen Wasserspielplatz, den wir ausgiebig nutzten. 


Auf dem Rückweg hielten wir noch an einem Strand. Ich glaube, er heißt Anne's Beach. Man konnte ewig weit ins Meer laufen, ohne dass es tiefer wurde. Erst als wir fertig waren erzählte ich dem Rest der Familie, dass ich gesehen hatte, dass es dort vor Krebsen nur so wimmelt.



Ich erinnere mich sehr gut an die Heimfahrt nach Miami. Ich saß hinten im Auto zwischen den Kindern, die eingeschlafen waren und ihre Köpfe auf meinen Schultern hatten. Ein Moment, in dem das Herz vor Dankbarkeit zerspringen könnte. 

Dieses Polizei-Auto fanden wir fotografierenswert...


Auch im Florida-Forum hatte ich vorher gelesen, dass das Shark Valley in den Everglades ganz toll sein soll, um Aligatoren zu sehen. Man kann dort laufen, radeln oder mit einer Trolley-Bahn fahren. Das taten wir dann auch:



Immer mal wieder stoppte das Züglein und die Rangerin stieg aus und erklärte oder zeigte irgendetwas. Allerdings eher Vögel und Pflanzen, lange Zeit kein Aligator.




Mein Mann war mit der Reptilien-Ausbeute nicht glücklich. Also ging es für ihn und Jana noch auf ein Airboat. Mika und ich verzichteten. 






Und somit endete, nach fotografisch nicht dokumentierter Shoppingtour in der Dolphin Mall unser erster gemeinsamer USA-Urlaub. 

Wir empfanden die Zeit dort als sehr intensiv. Nach schlimmen Wochen und Tagen vor der Abreise war es Balsam für die Seele, nur zur Viert und einander ganz nah zu sein. Den Schwiegerpapa hatten wir im Herzen dabei, das ist auch bei allen weiteren Amerika-Urlauben dann immer so gewesen.

Dadurch, dass wir nicht im Traum gedacht hätten, dass wir noch so oft in die Staaten kommen werden, war der erste Urlaub dort relativ vollgepackt. Wir lernten schnell wie wir alles etwas entzerren und vor allem auch günstiger machen können, indem wir selbst suchen und buchen und vergleichen. Dadurch stand auch recht bald fest, dass wir 2013 wieder über den Atlantik fliegen würden...

... to be continued ...




Kommentare:

  1. Schöner Bericht und seitdem ist dieses Land in Eurem Herzen...
    Denkt immer daran: "Die Ankunft an Eurem Ziel ist umso schöner, je mehr Stürme ihr erlebt habt"
    Sonnige Grüße aus Merida, Yucatan
    Gil

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Genau - das war der Beginn... Dankeschön, für den lieben Kommentar!

      Löschen
  2. Ich würde sagen,das macht Lust auf Urlaub!!!!

    Ich hatte eigentlich immer gedacht, dass die Reisebüroangebote günstiger sind? Ich bin immer traurig, dass es hier nicht wirklich Reisebüros gibt, es sei denn man möchte eine Kreuzfahrt machen ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. :-)
      Was Ferienhäuser und Hotels betrifft, so haben wir ohne Reisebüro immer bessere Preise erhalten. Auch die Flüge waren nicht ganz so teuer. Allerdings kann letzteres auch damit zusammenhängen, dass wir beim Selberbuchen monatelang Preise beobachten, die echt von Woche zu Woche - ja, sogar Tages- und Uhrzeitenabhängig stark variieren. Keine Ahnung, ob DER Flug, den wir uns dann immer ergattern am selben Tag zu selben Uhrzeit im Reisebüro genauso viel gekostet hätte.

      Löschen