Sonntag, 30. Dezember 2018

... dann drei, dann vier. Weihnachten 2018


Die zweite Hälfte der Adventszeit verging wie im Flug. Mein täglicher Gang ins Büro führte mich immer durch den Weihnachtsmarkt. Hohe Polizeipräsenz und Betonabsperrungen machten nachdenklich - taten jedoch der Stimmung dort offensichtlich keinen Abbruch. Dass die Stahlseile so tief hängen - öhm, ja - könnte dem ein oder anderen Fußgänger, der aufs Handy schaut beim Laufen zum Verhängnis werden. Autsch.... 🙈


Wenn ich vormittags frei hatte, nutzte ich die Zeit zum Verpacken der Geschenke (naaaa, wer erkennt, welcher Film im Hintergrund läuft?). Dieses Jahr war ich echt bestens organisiert - in all den Jahren zuvor saß ich immer kurz vor knapp (24.12.) auf dem Schlafzimmerboden, in Papier und Band verheddert, panisch schwitzend, dass ein Kind hereinkommen könnte. 


Am Sonntag, den 16.12. wurden wir jublend geweckt. Jana hatte aus dem Fenster geschaut. Und prompt hatten wir auch eine Freiwillige für den unbeliebten sonntäglichen Gassigang.




Am Nachmittag fuhren wir dann zur Rehaklinik um die Schwiegermama zu besuchen. Noch war eine Verkleidung angesagt, da sie immernoch auf der Isolationsstation lag. Je klarer sie wird, desto trauriger wird sie gerade, denn sie leidet unter Heimweh. Wir deuten das aber als gutes Zeichen. Es geht bergauf!



Auf dem Rückweg hielten wir noch in Bietigheim um den dortigen Weihnachtsmarkt einen Besuch abzustatten. Das Innenstädtchen (Fun Fact: Heimatstadt der Band PUR) ist schnuckelig, und mit all den Lichtern wirklich schön weihnachtlich.





Jamm!!


Und schwupp - schon war auch der dritte Advent schon wieder vorbei.
Die letzte Schulwoche mit insgesamt 3 Klassenarbeiten stand an. Doch nicht nur büffeln und lernen war angesagt - es galt noch einen ganz besonderen Menschen zu feiern. Einen Mann, der gar keine Ahnung davon hat, wie besonders er eigentlich ist. Einer, der seit vielen Jahren mit mir durchs Leben geht, der fürsorglichste Mann, Vater und Sohn, den ich kenne. Meinen nämlich. ;-)



Es war für ihn keine Überraschung, was ihn da auf dem Geburtstagstisch erwartete. Denn er hatte sich selbst darum kümmern müssen, hehe.... Aber ich wollte nix falsch machen und hätte sicher ein Gerät nur nach der Optik gekauft, während seine Prioritäten eher technischer Natur sind.
Und so war er zwar nicht überrascht, dennoch aber happy mit seiem Geschenk. Doof nur, dass er bis Weihnachten erstmal nichts damit anfangen konnte, so ganz ohne Box. 


Leider fiel der Jubeltaga auf eine Wochentag und so "feierten" wir, indem wir Essen beim Italiener bestellten und es uns gemeinsam gemütlich machten. Schließlich war es bereits 19:30 Uhr bis alle zuhause waren.



Im Büro wurde ich auch beschenkt. Das kenne ich so gar nicht und ich hab mich aufrichtig gefreut.


Und dann war er endlich da: Der 24.12. Weihnachten!
Im Laufe der Jahre wurde es zur Tradition, dass wir da ins Kino gehen, da die stundenlange Zubereitung eines Bratens oder einer Gans bei uns ja bekanntlich entfällt und dadurch auch die Zeit bis zum Abend so uuuuuunendlich lange erscheint. 

Wir schauten uns also den Grinch an.


Und aßen gemütlich das Wonderer'sche Weihnachtsmal.
Schnitzel, weil der Sohnemann das wünschte, Rotkraut, wie vom Herrn des Hauses bestellt, begleitet vom töchterlich favorisierten Kartoffelgratin und gefüllten Champignons. 






 Während Mann und Kinder die Abendgassi-Runde drehten kam das Christkind. 

 





Doch vor der Geschenkesause lauschten wir noch dem Flötenspiel von Jana.


Mein Mann war happy, nun endlich auch etwas zu hören, vom Plattenspieler...


Jana baute ihre Playmobilspielsachen zusammen...


... und Mika erfreute sich an seiner Speed Stacks Matte mit Timer.




Das hier war meine Ausbeute. Jippieh!



Happy Hubby:


Am ersten Weihnachtsfeiertag gingen wir zu meiner Mutter und ihrem Mann. Da auch meine Mama gerade eine OP hinter sich hatte, hatte ich angeboten, das Essen mitzubringen. So gab es Chili sin Carne und Salat. Und einen großen Sack Dreckwäsche. Unsere Waschmaschine hatte sich nämlich pünktlich zum Weihnachtsfest endgültig verabschiedet. Das gute Teil hat uns aber über 12 Jahre gute Dienste geleistet. Gezickt hatte sie schon vor einem Jahr. Das weiß ich deshalb, weil ich damals fluchte: "Jetzt müssen wir so kurz vorm Umzug (höhö) noch ne neue Maschine kaufen!?". Aus dem wurde ja bekanntlich nix und auch das Gerät hielt noch gut durch. Lange Rede kurzer Sinn - Chili gabs. (Heute habe ich's nicht so mit dem roten Faden.... 😂):



Auch dort war das Christkind gewesen.


Sogar für Annie hatte es etwas gebracht...


Der zweite Weihnachtsfeiertag war für Schwiegermama reserviert. Und was soll ich sagen: Isolation war vorbei, wir konnten zum allerersten mal mit ihr "raus" ins Cafe. 


Am Abend gingen wir unsere alljährliche Ration Glutamat tanken. Jedes Jahr erfreu ich mich am Namen dieses Restaurants:




Letztes Jahr hatte mir der Glückskeks Erfolg prophezeit. Damit lag er richtig. Dieses Jahr spricht er für mich in Rätseln...


Eine der Bedienungen hatte eine superstarken Akzent. Besonders charmant fanden wir, dass sie das Getränk, dass sie Jana hinstellte: "Affensaftschorle" nannte. 

"Endlich" waren die Feiertage vorbei und die Läden öffneten. So kam es, dass wir ein neues Familienmitglied begrüßen durften, das praktischerweise gerade im Angebot war:


Wir bummelten noch durch ein neu umgebautes Heilbronner Tradtitionsmöbelhaus, ...


... schlemmten Mikas Crêpes (er hatte ein Stäbchen zu Weihnachten bekommen)...


... ich erfreute mich an meinen neuen Stiften...




... und wir fuhren nach Stuttgart um ein wenig zu bummeln...


Wir sehen zur Zeit wenig blauen Himmel, doch umso schöner ist es dann am Abend, wenn all die Lichter leuchten...



Heute ist Sonntag, der 30.12. Und ich vermute stark, dass dies auch der letzte Eintrag in diesem Jahr ist. Denn irgendwie ist es mir nicht sonderlich nach "Rückblick". Das Jahr hatte es in sich - von Enttäuschung über Ängste, Veränderungen bis Hoffnungen - alles war dabei. Es geht uns gut. Alle haben überlebt (und das meine ich ernst, nicht "flapsig", ganz deutlich haben wir erlebt, wie schnell sich alles ändern kann) - und darauf kommt's an, nicht wahr?

Ich wünsche allen, die hier mitlesen und teilnehmen an meinem Leben einen guten Rutsch in ein gesundes, glückliches und vor allem zufriedenes Jahr 2019.


Montag, 10. Dezember 2018

Advent, Advent ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, ...


Kaum war mein Update gepostet, war es schon nicht mehr aktuell. Die Schwiegermama wurde ganz überraschend, von heute auf morgen in die Reha verlegt. Wirklich erstaunlich, damit hatte keiner gerechnet, wo sie doch gerade erst ein Tief hatte. Nun ist sie in der Nähe von Leonberg, ca. 1 Stunde Fahrt von uns entfernt.

Unterdessen standen jetzt nach und nach die ganzen Weihnachtsfeiern und -märkte hier an.

Den Startschuss gab das Weihnachtsessen mit meiner Kollegin und dem Team. Wir waren eine sehr kleine Runde, was natürlich etwas schade war. Schön wars trotzdem... 

Alle, die vegan-Gequatsche nervig finden, scrollen weiter - meine Erkenntnis möchte ich trotzdem an dieser Stelle loswerden: Ich bin nicht von dem Schlag Veganer, der das jedem überall und jederzeit auf die Nase binden muss. Im Mittelpunkt stehe ich auch nicht gerne damit und ich habe auch schlicht keine Lust immer und immer wieder meine Beweggründe zu erklären und die immer gleichen Reaktionen zu ernten. Aus diesem Grund rief ich vorher im Restaurant an. Um abzuklären, ob es etwas auf der Karte gibt, das vegan ist oder entsprechend abwandelbar, sodass ich am Tisch selbst dann kein Fass aufmachen muss. 

Ich hatte zufällig den Chefkoch am Hörer. Er war dann gleich total offen, erzählte, was es alles gibt, was er mir ändern könnte (Avocadocreme aufm Veggie-Burger, statt Sour Cream usw.) und meinte, ich soll beim Bestellen nur sagen, dass ich mit ihm geredet hatte. Großartig fand ich das, ganz toll! Klappte auch einwandfrei, geschmeckt hat's auch. Warum ich das erzähle? Weil man's sollte, wenn man zufrieden ist, gell. Uuuuund, weil es nicht selbstverständlich ist. So war das Weihnachtsessen mit der Chefin in einem edlen Hotelrestaurant wesentlich komplikationsbehafteter... Egal, weiter im Bericht....


Alle zwei Jahre veranstaltet Janas Schule den "Weihnachtszauber", der recht bekannt und gut besucht ist. Leider war das Wetter sehr bescheiden, tat aber den Besucherströmen keinen Abbruch.


Bevor Jana und ich unsere Glühwein- und Punschverkaufsschicht antraten, kauften wir Tombola-Lose. Als uns unser Gewinn überreicht wurde, dachte ich, ich seh nicht richtig. Wie gut, dass wir mit dem Auto da waren!



Wir bummelten über das Schulgelände und bestaunten die Basteleien. Janas Klasse hatte weihnachtliche Betonfiguren angefertigt, davon kaufte ich zwei fürs Büro.




Wie gesagt, die Veranstaltung war trotz strömendem Regen sehr gut besucht.


Die Schicht am Glühweinstand ging ratzfatz rum. Die Kinder dürfen keinen Alkohol verkaufen, darum mussten immer auch zwei Mütter dabei sein. 



Tags darauf fand in unserem Dorf der Adventsmarkt statt. Jana spielt im Querflötenensemble und hatte auch hier wieder einen Auftritt.






Grau, nass und trüb wars. Das sollte sich in den kommenden Tagen auch nicht ändern.


Auch zuhause läuteten wir nun die Vorweihnachtszeit ein. Mjamm...


Tja, und dann war Sonntag. Der erste Advent. Und was hatten wir noch nicht? Rischdisch: Einen Adventskranz. Also düsten wir ins Pflanzen Center, das auch sonntags geöffnet hat. Wir suchten, überlegten, stellten zusammen, verwarfen und am Ende entschieden wir uns gegen einen klassischen Kranz. 


Wir kauften einen silbernen Teller, einen Hirsch und kleine Kugeln und entwarfen das Adventsbällebad. Bis heute bin ich happy darüber!



Auch der Weihnachtsbaum wurde aufgestellt und die in Florida erworbenenen Hänger fanden ihre Plätze:



Die Woche war dann richtig, richtig nass. Annie verkroch sich beim Gassigang unter Büschen und weigerte sich weiterzulaufen. Hehe, sonnenverwöhnter Spanienhund...



Ich begann mit Jana ein wenig zu zeichnen und mich ein bissel mit dem Handlettering auseinanderzusetzen. Ich bin sowas von tiefbegabt, wenn es um Kunst geht, doch das Nachzeichnen von Buchstaben macht mir irgendwie Spaß...




Jana wollte dann lieber basteln - was mir zugute kam, denn so bekam ich einen Adventskalender - handmade, versteht sich.


Die Woche verging wie im Flug. Ein Vorstellungsgespräch bei einem riesengroßen Unternehmen hatte ich auch noch. Ich bin mir nur nicht sicher, ob die Stelle so gut passen würde. Die Rahmenbedingungen sind natürlich klasse, doch die Arbeitszeiten wären auch da wiederum nicht familienfreundlich. Hach, ... Schwierig, sich für ein Ziel einzusetzen, das man selbst gar nicht kennt. Luxusprobleme, ich weiß... Dennoch recht frustrierend.

Nundenn, die nächste Weihnachtsfeier stand an. Mit der Chefin und den Büroleitungen der anderen Standorte. 

Ich warf mich (für meine Verhältnisse) in Schale...


 Und fuhr in die Stadt, wo der Abend in einem gehobenen Restaurant im Hotel beginnen sollte. Auch hier hatte ich vorher angerufen - Veganismus und so, nä. Schwierig, denn ich sprach mit zweierlei Leuten, die beide so nicht wirklich den Durchblick hatten. Lasen mir die Speisekarte vor und empfahlen mir Rahmsoße. Rahm? Okaaaay. Nundenn, ich sollte dann einfach beim Bestellen sagen, was ich will. 

Was mir aber keiner gesagt hatte, war, dass das Menü vorbestellt war. Drei Gänge. Wahlweise vegetarisch - und diese vegetarische Version war Fisch! Lange Rede kurz: Die ganze Stadt weiß nun, dass ich "komisch" bin, ich weiß nun von sämtlichen Kollegen, dass sie DAS niiiiiiiieeee könnten und überhaupt, jeder nur beim Metzger seines Vertrauens einkauft. Heul! Denn die absolut tolle und zuvorkommende Bedienung betonte bei jeder Gelegenheit, was vegan sei und was nicht. 

Dennoch war es wirklich schön und herrlich festlich.



Nach dem Essen ging es aufs Theaterschiff. Wir schauten das Stück "Weiber Weiber".





Zurück zuhause waltete ich meines Amtes als Nikolaus:


Die Kinder bekamen Süßigkeiten und jeweils ein Buch. Für Mika gab es Gregs Tagebuch, für Jana ein Guinessbuch der Tiere. 

Im Büro war auch der Nikolaus. Unsere Reinigungskraft ist ein totaler Goldschatz. Egal, wie der Tag läuft, wenn sie abends reinkommt, dann geht förmlich die Sonne auf. 


Schnappschuss von Annie:


Am Wochenende stand dann der erste Besuch der Kinder bei Oma in der Reha an. Auf dem Weg dorthin liegt die Rockfabrik Ludwigsburg. Als Teenie war das "meine" Disco. Am Samstag war Plattenbörse und wir legten dort einen Stop ein. Es war wie eine Zeitreise für mich. Ganz sentimental führte ich meine Kinder durch die Hallen, die mir einst heilig waren. Ich werde alt...




Danach ging es weiter zur Klinik, in der Schwiegermama liegt.



Sie liegt in einem Iso-Zimmer. Somit durften wir uns verkleiden, bevor wir rein gingen.



Die Kinder gingen wirklich super mit der Situation um. Die zugegebenermaßen sehr befremdlich war. Denn leider empfinde ich es ein wenig anders, als Schwiegervater. In meinen Augen hat sie keine großen Fortschritte gemacht. Sie klingt wie früher, schaut klaren Blickes und doch stimmt nichts von dem, was sie fabuliert. Sehr zum Amusement der Kinder, doch ich bin schon besorgt. Ich habe keine Ahnung, wie das weiter gehen soll, wenn sie nach Hause kommt. Dadurch, dass sie so klar wirkt, nimmt ihr jeder, der es nicht besser weiß, ihre Geschichten ab. Das ist nicht unproblematisch. Mittlerweile hat das aber zum Glück auch ihr Mann erkannt. 

Sonntag stand dann auch schon der nächste Verwandtschaftsbesuch auf dem Programm. Wir fuhren zu meiner Oma ins Pflegeheim. 

Hier brauchte ich meine Familie als Unterstützung. Denn als ich das letzte Mal da war, war das sehr sehr schlimm für mich. Meinen Namen kennt sie schon lange nicht mehr - dennoch hatte sie sich immer gefreut mich zu sehen. Poetisch ausgedrückt, hat ihr Herz mich immer erkannt. Bis zum letzten Mal. Da siezte sie mich, wurde ganz steif beim Umarmen und fragte, was wir eigentlich miteinander zu tun haben würden. Als ich ihr dann im Fotoalbum Bilder von uns zeigte und auf mich zeigte, mit der Frage, ob sie nun wisse, wer das sei, erklärte sie mir, dass "die" (also ich) schon tot wäre.

Es war klar, dass das irgendwann kommt - es macht es aber nicht weniger schmerzhaft. Und so war ich ganz froh, dass gestern, am 2. Adventssonntag, meine Familie mit dabei war. 


Obwohl am Wochenende mehrere Weihnachtsmärkte stattfanden, gingen wir dann nach Hause. Bei strömendem Regen kommt die Stimmung einfach nicht auf. Zumal Jana auch noch kränkelt.

Zuhause übte Mika nochmal seine GFS (Präsentation) und wir schauten die Weihnachtschroniken an. 

Nun ist es Montag, und ich bin gespannt, was die Woche so bringt. Ich hoffe, dass Jana die Kurve kriegt und nicht vollends krank wird, Mika seine Präsentation gut abwickelt, mein Mann interessante Neuigkeiten aus der Berufswelt mitbringt und ich die Urlaubsvertretung der Kollegin packe. Ach ja - ein weiteres Vorstellungsgespräch steht auch noch an. 

Langweilig wirds uns nicht. Ich freu mich jedenfalls auf die Weihnachtsferien und ein klein wenig Besinnlichkeit.


Dienstag, 27. November 2018

Lebenszeichen - Jawoll, wir leben noch!


Unglaublich - es sind schon wieder drei Wochen ins Land gezogen, seitdem ich zum letzten Mal bloggte. Der "erweiterte" Alltag hat uns fest im Griff.

Zuallererst und am wichtigsten: Der Schwiegermutter geht es den Umständen entsprechend gut. Es gab einige Ups & Downs. Die kritischen 3 Wochen hat sie nun überstanden. Leider klappte es mit der Druckregulierung im Hirn nicht optimal, sodass sie zwischenzeitlich 2 "Hörnchen" bekommen hatte. Als dann beide entfernt wurden, musste nach wenigen Tagen ein Shunt in den Bauchraum gelegt werden. Die OP selbst verlief gut, doch danach gab es einen Schreckmoment, als sie für einen Tag lang halbseitig gelähmt war und unter Sprachverlust litt. Dies wird zum Glück gerade besser. Wir wissen nicht, was alles zurückkommt, hoffen jedoch nach wie vor, dass sie so viel Lebensqualität wie nur möglich zurückerlangt. 

Mein Mann und ihr Mann fahren nun immer abwechselnd zu ihr ins Krankenhaus. Mit dem sind wir sehr zufrieden, dennoch liegt es nicht gerade um die Ecke. Ich bin gespannt, wann sie wohin in Reha kommen wird. 

Da sie mal auf der Intensivstation und mal auf der Wachstation liegt, konnten die Kinder bislang noch nicht zu ihr. Wir erzählen ihnen jedoch so gut wie jedes Detail, auch solche Nebensächlichkeiten wie, dass sie raspelkurze Haare hat, damit der Schreck dann nicht so groß ist, wenn sie dann mal mit dürfen. 

Den Kindern selbst geht es soweit gut. Gerade ist wieder Klassenarbeitshochsaison, so wie jedes Jahr vor Weihnachten. Dazu kommt die GFS von Mika - sollte jemand Fragen zu Richard Löwenherz haben - her damit, ich bin jetzt Experte, hehe.

Gestern hatten wir ein Elterngespräch mit Janas Lehrerin. Sie und auch ihre Kolleginnen und Kollegen sind sehr zufrieden mit ihr. Sie sei der "Ruhepol" der Klasse. Nanu!? ;-) Einziger Kritikpunkt war, dass sie sich immer sofort meldet und Antworten gibt, die dann eben wenig durchdacht und öfters mal am Thema vorbei sind. Das wundert uns aber nicht - zuhause erleben wir das auch, da findet gerade nonstop eine Art Wettrennen/Wettkampf zwischen den Geschwistern statt.

Mr. Wonderer ist auf Arbeit ziemlich eingespannt in ein Projekt mit den amerikanischen Firmen des Unternehmens. Ich freu mich für ihn, dass er so etwas Abwechslung und Neues hat. 

Ich selbst arbeite auch viel und vor allen Dingen nachmittags, woran sich mein Mutterherz einfach nicht gewöhnen will. Aus diesem Grund bin ich auch aktiv und schreibe Bewerbungen. Doch auch hierbei bin ich kritisch - ich möchte schließlich nicht zum Jobhopper werden, ...

Die letzten Wochenenden war ich fleißig, denn ganz plötzlich und unerwartet kam ein Seminar zustande, das ich leiten sollte (und das dann auch entsprechen vorbereitet werden musste), die Woche danach fungierte ich als Prüfungsaufsicht und relativ zeitgleich kam eine Anfrage von einer Zeitschrift, ob ich einen Artikel für die Januar Ausgabe beisteuern könnte. Da konnte ich natürlich nicht "Nein" sagen, also machte ich mich zwischen Powerpoint-Löwenherz-Präsentation, Bewerbungsgesprächsoutfitbügelaktionen und anderen To-dos ans Werk.

Soweit unser Lebenszeichen - wie gesagt, wir wurschteln uns durch unseren "erweiterten Alltag" mit Sorgenkind Schwiegermutter, Schulstress und Jobsuche. 


Montag, 5. November 2018

Reiseabbruch - München muss warten


Letzten Dezember hatte ich Mr. Wonderer zum Geburtstag einen Gutschein für Bodyflying in München geschenkt. Die Monate vergingen, doch endlich stand der Plan:

In den Herbstferien hatten wir beide Urlaub, Annie war untergebracht und folgendes wollten wir unternehmen:

Sonntag: Abgabe Annie bei meiner Mutter
Montag: Abfahrt nach Dachau (wir hatten die Kinder auch schon auf das schwere Thema dort vorbereitet), abends dann Check-in im bereits gebuchten Novotel.
Dienstag: Sightseeing München
Mittwoch: Frühstück, evtl. noch kleiner Bummel, um 12:00 den gebuchten Bodyflying Termin warhnehmen, dann Abreise.

Der Montag kam, der Koffer war gepackt, die ersten Fotos und Videosequenzen im Kasten - wir starteten. 

Nach etwas über der Hälfte der Strecke klingelte das Handy meines Mannes. Da er am Steuer saß, nahm ich den Anruf entgegen. Es war der Stief-Schwiegervater, der Mann meiner Schwiegermutter. Was er erzählte war ein Schock. Sie war morgens bewusstlos im Bett gelegen, er hatte den Notarzt gerufen und nun gerade erfahren, dass sie mit einer Hirnblutung per Heli nach Ludwigsburg ins Krankenhaus gebracht wurde.

Mehr Info gab es zunächst nicht. Bevor ich meinem Mann dies jedoch erzählte, wartete ich, bis wir die Autobahn verlassen und angehalten hatten.

Wir alle waren schockiert. Zumal wir erstmal wirklich nicht mehr wussten. Und da konnte ich die Bedrohlichkeit der Lage auch den Kindern nicht vorenthalten. 

Wir brachen die Reise umgehend ab und fuhren wieder zurück. Direkt zu K. (dem Schwiegervater), der aufgewühlt zuhause saß und auf einen Anruf aus der Klinik wartete. Es verging eine weitere Stunde, bis dieser dann kam und vorerst Entwarnung gab. 

Mein Mann fuhr mit ihm dann nach Ludwigsburg, die Kinder und ich nach Hause. 

Es kam heraus, dass sie ein Aneurysma hatte, das nun geplatzt war. Sie hat mittlerweile (eine Woche nach dem Vorfall) zwei "Hörnchen", die gegen den Druck im Hirn wirken. Sie ist bei Bewusstsein, jedoch häufiger orientierungslos.

Die nächsten 2 Wochen sind nun noch sogenannte kritische Wochen, da es nach Hirnblutungen in diesem Zeitfenster zu Gefäßspasmen kommen kann, die durch Blutabbauprodukte entstehen. Solange hoffen und beten wir jetzt, dass am Ende alles gut wird.

Für den Moment sind wir optimistisch, sie kann alles bewegen, erkennt uns und klingt die meiste Zeit (in der sie nicht orientierungslos ist) ganz nach sich selbst.

In der vergangenen Woche hatte sie täglich Besuch, sowohl von ihrem Mann, als auch von ihrem Sohn und mir. Sie liegt auf der Intensivstation und wir haben ein gutes Gefühl, was ihre Versorgung dort anbelangt. Sie steht nun am Anfang eines längeren Weges, ich hoffe so sehr, dass sie diesen gut meistert und diese Chance bekommt.