Montag, 11. Dezember 2017

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt! Erst eins, dann zwei...


Erst diese Woche las ich einen Artikel darüber, was man im Ausland so über die Deutschen denkt. Der Hausschuh-Faible wurde erwähnt, die FKK-Kultur, ...,  und die Tatsache, dass der Deutsche gerne über die Bahn jammert.

Okaaaaay, dann komm ich mal meiner Pflicht nach: Ich selbst wuchs in der Stadt auf und mein Schulweg wurde mit dem Rad oder zu Fuß bestritten. Nun wohnen wir hier auf dem Land und meine Kinder sind auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen. Und Glucken-Mama, die ich bin, bibbere ich derzeit jeden Morgen, dass alles gut geht.

Gerade Jana strauchelt hier noch öfters, da es ihr erstes Jahr ist - Mika gerät mittlerweile schon nicht mehr in Panik, wenn die Bahn wieder ausfällt oder zu spät kommt.

Jana muss die Gleise überqueren um in die Schule zu starten. Und mit ihr bestimmt 50 Kinder von zwei bis drei verschiedenen Schulen. Die Schranken schließen zu dieser Rush Hour alle fünf Minuten. Jeden Morgen sehe ich panische Kinder trotzdem noch rüber rennen. Oft müssen diese in Hab-Acht-Stellung warten, bis ihre Bahn einfährt, die Schranken hoch gehen und dann schnell rüber spurten, um noch mit reinzukommen. Und wenn sie Pech haben, passen sie erst gar nicht mehr mit rein.

Jana hatte es einmal aufgrund der Fülle gar nicht geschafft, an ihrer Schule wieder auszusteigen und musste in eine andere Stadt weiterfahren.



Nun hat es auch geschneit (Huch - wie überraschend, im deutschen Winter), sodass Bahnen ausfielen, Mika beispielsweise über eine Stunde warten musste. Da lobe ich mich wirklich die Handys (sofern diese mal an und geladen sind;-)), damit ich aus der Ferne Beistand leisten kann.

Nundenn - vielleicht gibt es Verbesserungen im neuen Jahr, wo die Ticketpreise erhöht werden. Bestiiiiiiimmmt, wird das Geld in mehr Personal gesteckt. 

Aber genug gejammert - das hab ich ja im letzten Post schon zur Genüge getan.

Der Schnee sorgt ja nicht nur für Schulwegs-Odyseen, sondern auch für ein richtig schönes Vorweihnachtsgefühl!

Für Annie ist es nun das zweite Jahr, dass sie Schnee erlebt. Es macht echt Spaß, ihr dabei zuzuschauen...



Am ersten Adventswochende erfüllten wir uns (oder mir?!) den lang gehegten Wunsch einer neuen Kamera. Der eigentliche Supertraum-Wunsch wäre eine Sony Alpha Kamera. Da diese aber ein Alltags-Budget leider absolut sprengt, entschieden wir uns nach monatelanger Recherche, die mein Technik-Ehemann übernommen hat, für die Sony DSC-HX80. Sie war im Media Markt im Angebot, hatte gute Bewertungen und so wollten wir dieses Thema endlich abhaken. Sinn und Zweck sollte sein, dass ich mit ihr (statt dem Handy) meine kleinen Videos drehen und unser Leben qualitativ hochwertig dokumentieren kann. Wir tauften das nette Teil "Sonja". (Bei uns muss jeder und alles Namen haben. Unser Autoschlüssel heißt Detlef).



Am Abend war dann der jährliche Adventsmarkt unseres Dorfes. Jana hatte eine Querflötenauftritt und beide Kinder machten beim Sterne-Angeln mit, wo es jedes Jahr tolle Sponsor-Geschenke gibt. Ich selbst machte einen auf Karla Kolumna um "Sonja" auf Herz und Nieren zu testen. ;-)



Ach ja - Mr. und Mrs. Wonderer eröffneten tradtionell die Glühwein-Saison, hehe.



Kälte, Glühwein, Schnee - wie erhofft, beginnt nun die etwas ruhigere Zeit bei uns - ich genieße das sehr.

Und noch jemand scheint das zu genießen:


Auch am Sonntag schneite es. Während ich mich beim Genuss auf die Optik beschränke, wälzten sich die Kinder förmlich in dem weißen Zeugs. 




Wir fuhren in die Berge, wo es einen Weihnachtsmarkt geben sollte, den wir noch nicht besucht hatten.


Der war wohl schnuckelig, aber auch extremst klein. Jeder schien jeden zu kennen, und so charmant die authentischen, kleinen Ständchen der Vereine waren, so waren wir doch arg schnell durch. Also nahmen wir das schnuckelige Glasmuseum noch mit.










Hier der Link zum Museum, für den Fall, dass es jemanden mal in das nette Örtchen Wüstenrot verschlägt: Klick!

Zurück zuhause gab es zum aller-aller-ersten Mal Fritiertes im Hause Wonderer. Wir hatten mal eine Flasche Fritieröl mitgenommen und versuchten uns nun an Chips und Pommes. Vor allem die Chips waren arg lecker, und dennoch entschieden wir einstimmig, dass es bei dem Versuch bleiben sollte - zu sehr dampfte es im ganzen Haus nach Imbiss....  


Um wieder auf die Eigenschaften des Schnees zurückzukommen: Er sorgt dafür, dass Kinder freiwillig mit zur abendlichen Gassi-Runde kommen...








Auch die Radiosender begannen nun in der Woche nach dem ersten Advent damit Weihnachtslieder zu spielen. Interessanterweise hab ich bis heute noch kein einziges Mal "Wham" gehört - und dabei war doch der George immer der Christmas-Starter hierzulande.


Den Montag Vormittag verbrachte ich mehr oder weniger im Auto. Denn ich musste wieder zum Media Markt. Sonja verließ uns schon wieder. Wir hatten feststellen müssen, dass die Bilder und Videos, die wir mit den Handys machten einfach viel besser waren, als die Ergebnisse, die Sonja lieferte. Wir sparen nun einfach weiter, vielleicht wird's doch irgendwann die ersehnte Sony Alpha.

Ja, und dann war er da: Der Abend des 5. Dezembers.



Und auch mich hat der Nikolaus nicht vergessen. :-)





Unser Weihnachtsbaum schwächelt von Jahr zu Jahr mehr - am Nikolaustag kollabierte er dann. Nun muss er mit versteckten Stütz- und Klebe-Vorrichtungen dieses letzte Mal noch durchhalten. Schnüff. Er war unser allererster und egal, wie oft er von der Verwandtschaft "belästert" wurde, so hab ich ihn doch echt gern. Nundenn - NOCH steht er ja neben mir.


Meine Oma besuchte ich in dieser Woche gleich zwei Mal. Sie lebt immer mehr in ihrer eigenen Welt. Angesichts der Tatsache, dass ihr das die Trauer um ihren Lebensgefährten erspart, bin ich ausnahmsweise froh für sie. Sie weiß keine Namen mehr, ist aber grundsätzlich erstmal fröhlich und wir spielten mit ihren Puppen (die sind für sie lebendig und immer ganz "brav") und mit einem Luftballon. Ich liebe sie und vermisse sie zugleich, obwohl sie noch da ist. 


Es ging auch ein letztes Mal für dieses Jahr zum BodyCross...


... und dann war die Woche auch schon wieder rum.

Am Freitag begann der zweite Block meiner Ausbildung und ich drückte artig bis Sonntag Mittag die Schulbank:



Es gab "Lupinen-Kaffee" zum Probieren. Er schmeckt ein wenig nach angebranntem Popcorn.


Am Sonntag, dem zweiten Advent, verließ ich die Schule bereits mittags, denn Jana hatte mehrere Auftritte mit dem Querföten Ensemble. Die Heimfahrt war eine wahre Schlitterpartie.



Das schlechte Wetter brachte den Vorteil, dass der See-Weihnachtsmarkt nicht so extrem überlaufen war, wie in den Vorjahren. Auf insgesamt drei verschiedenen Bühnen / Pavillions flötete unser Mädchen mit anderen schöne Lieder, während wir treu lauschten, applaudierten und bibberten.




 Mit der Zeit wurde der Schnee zu Regen und selbst die Winterstiefel waren durchweicht. Janas Finger waren tiefgefroren, da sie ja keine Handschuhe tragen konnte. Brrhhr.





Nach den Aufführungen bummelten und biberten wir den Weg zurück und Mr. Wonderer und ich gönnten uns einen leckeren Glühwein vor dem Fernseher, ...


... wo wir alle Vier eine wichtige Bildungs-/Kulturlücke schlossen, indem wir "Das Wunder von Manhattan" anschauten.

Und nun brennen schon zwei Lichtlein... Ich bin gespannt, was in der Zeit bis zum dritten geschieht.





Kommentare:

  1. Wieso hiess das Museum Glasmuseum? Ich hab' irgendwie kein Glas gesehen....

    Und Du hast so Recht, bei uns gab es dieses Jahr auch noch kein "Last Christmas" im Radio und sonst dudelt das hier meist schon Ende November??? Jetzt nicht mein liebstes Weihnachtslied, aber das wusste ich immer jetzt geht es los mit Weihnachten und so...

    Dann noch eine nette Woche bis zum dritten Advent, die Zeit rennt ;)

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    1. Du hast Recht. Sehr viel Glas sieht man auf den Bildern nicht. Das Museum an sich ist nicht arg groß, es befindet sich auf zwei Stockwerken eines historischen (Rat?)hauses und ist verwinkelt und nieschig. Uns gefielen am Besten die Weihnachtssachen darin - vermutlich eine Sonderausstellung. Aber ich hab jetzt nochmal nachgeschaut, nachdem du das geschrieben hast und ich muss mich korrigieren: Glas- und Heimatmuseum. :-) Es gab tatsächlich auch etwas Infos und Ausstellungsmaterial zum Thema Glas. Offensichtlich fanden wir das nicht ganz so spannend, dass wir es fotografiert hätten, hihi.

      Echt - bei euch auch kein "Last Christmas"? Echt merkwürdig - das Jahr über kam George Michael nach wie vor, doch seinen für-allgemeines-Aufstöhnen-sorgenden Weihnachtshit hörten wir noch gar nicht. Keiner mag es wirklich und dennoch gehört es irgendwie dazu, dieses Lied.

      Dir auch eine schöne Woche!

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