Mittwoch, 25. Juli 2018

Rückblick: Die US-Chroniken der Wonderers - 2012


Wie schon angekündigt, möchte ich nun nach und nach (relativ) abgespeckte Reiseberichte unser USA-Reisen hochladen. Je aktueller sie werden, desto ausführlicher fallen sie sicher aus. 

Reisemonat:
August/September

Orte:
New York
Orlando
Miami

Spots:
NYC
Kelly Park, FL
Magic Kingdom, FL
Dolphin Research Center, FL
Children Museum Miami, FL


Vorgeschichte:
Ich selbst war bereits mit 14 Jahren einmal in den USA. Ca. 2 Wochen lang besuchte ich meine Großtante in Cleveland, Ohio. Die gab sich damals ordentlich Mühe, mir so viel wie nur möglich zu zeigen. Eine ganze Schublade voller Fotos erinnert mich an Ausflüge an die Niagara Fälle (beide Seiten), nach Seaworld, Downtown Cleveland, ... Der Grundstein meiner Amerika-Liebe war gelegt, doch es sollte Jahre dauern, bis ich wieder rüber kommen würde.

Mr. Wonderer war in Teenie/Twen Jahren mit Kumpels mal ein paar Tage in New York, später dann beruflich in New York/New Jersey, jeweils für knapp 2 Wochen. 

Er brachte Mitbringsel mit, Fotos, Erzählungen, und langsam aber sicher reifte in uns der Plan einer Familienreise in die USA.

Wir sparten lange, als Familie mit zwei kleinen Kindern (2012 waren sie 4 und 7 Jahre alt) war das ein finanzielles Großprojekt.

Anfang des Jahres hatten wir ein Budget, das uns reichen sollte und verbrachten viele Stunden im Reisebüro. Bisher hatten wir keine große Reiseerfahrung, führten uns die vorherigen Urlaube mit Kindern an den Bodensee und nach Spanien.

Nicht ganz drei Wochen vor der großen Reise schlug das Schicksal erbarmungslos zu. Mein Schwiegervater wurde von heute auf morgen schwerst krank. Mr. Wonderer ist Einzelkind, sein Papa war alleinstehend. 

Kurz vor der Reise verstarb er. Wir befanden uns in einer riesengroßen Seifenblase des Schocks, der Trauer, der Verarbeitung und hatten zusätzlich das Großprojekt Wohnungsauflösung und Formalitäten, wenn jemand stirbt, zu stemmen. Der ganze Urlaub stand auf der Kippe. 

Es mag herzlos klingen: Doch wir flogen trotzdem. Der Schwiegerpapa hatte es so gewollt, er hatte sogar versucht, uns seine Krankheit zu verheimlichen, damit wir gingen. Erzählte jedem stolz, dass sein Sohn nun nach Amerika fliegt. 

So wurde nun die "Jet-Set-Wir-erkunden-die-Welt"-Reise zu einer der Seelenheilung. 

Los geht's:

Meine Mutter brachte uns nach Frankfurt zum Flughafen, wo wir gespannt auf unseren Flieger warteten. Für Jana war es der erste "bewusste" Flug, sie war als Baby mit uns in Spanien. Mika erinnerte sich noch an den Europa-Flug.


Besonders freuten sie sich auf unlimitiertes Fernsehen an Board. Leider funktionierte das bei Mika jedoch nicht. Später bekamen wir einen Gutschein als Entschädigung. Den wir nie einlösten...


Mein Mann war zuvor mehrmals in New Jersey für die Arbeit. Darum buchten wir auch das Hotel, in dem er immer gewohnt hatte. Dies machte die Reise erst möglich, denn die NY-Hotels hätten das Budget gesprengt. So wohnten wir drei Tage lang im LaQuinta in Seacaucus. Vor dem Hotel war eine Bushaltestelle, die uns direkt mit Manhattan verband. Wir fanden's gut. ;-)

Gleich nach der Ankunft gingen wir noch in den Walmart für Snacks und Getränke. Leider funktionierte der Shuttle nicht, sodass wir übermüdet und mit ausgelaugten Kindern im Schlepptau noch eine Wanderung durchs amerikanische Industriegebiet machen mussten. 


Gleich am nächsten Tag stiegen wir in den Bus. Ganz aufgeregt sichteten wir schon die Skyline.


Wir - und vor allen Dingen die Kinder - liefen mit offenen Mündern durch die Stadt der Reizüberflutung.







Ganz besonders gut gefiel uns der Central Park.


Mika erklomm jeden Felsen...


... während es Jana ans Wasser zog.



Auch den Apple Store besuchten wir. Wahnsinn, wie voll es da war (es gab keine Aktion o. ä., das war die Alltagsfrequenz dort).



Das Natural History Museum war ein Highlight für die Kinder. Zuhause hatten sie den Film "Nachts im Museum" angeschaut.




Die Größe der Ausstellung überschritt jedoch das Aufnahmevermögen aller Wonderers. Wir sollten wiederkommen...

Ein weiterer Touri-Spot, den wir besuchten war Strawberry Fields, bzw. das Dakota Building, vor dem John Lennon erschossen wurde und in dem Yoko Ono noch heute lebt.


Das neue World Trade Center war gerade im Bau. So kindgerecht wie möglich erklärten wir den Kiddies, was es damit auf sich hat. Traurig... 


Jana wünschte sich so sehr, dass wir die Freiheitsstatue besuchen. Doch daraus wurde nichts. Wir waren nicht vorbereitet, hatten nichts gebucht und hätten viele Stunde warten müssen. Wir versprachen ihr, dass wir das nächste Mal, wenn wir nach New York reisen würden, auch zur Statue gehen würden. 



Die Kinder schlugen sich wacker und ich habe keine Ahnung, wieviele km wir durch den Big Apple stapften. 


2012 war der Dunkin Donuts Laden noch ein Highlight für uns. Erst Jahre später gab es hier in Deutschland Filialen in unserer Gegend.


Die Brooklyn Bridge ist mein Favorit. Keine Ahnung wieso, doch an dieser Brücke hab ich einen Narren gefressen. Einen kurzen Schockmoment hatten wir, als Mika beinahe von einem Fahrrad auf der Brücke erfasst wurde. Wir Landeier waren so manches mal zu unvorsichtig, hehe.


Nach drei Tagen stiegen wir in ein kleineres Flugzeug, das uns nach Orlando brachte. Ich hatte im Vorfeld Reiseberichte im Florida Forum verschlungen und schon der ganzen Familie erzählt, dass es da ein gaaaanz tolles Restaurant namens CiCis Pizza geben würde. Und ja - unsere Erwartungen wurden erfüllt. Bis heute gehen wir dort gerne hin.


Unser "Hotel" war leider gar nicht schön. Wir hatten das supergünstige Metropolitan Resort gebucht. Wuarghghs. Niemals mehr wieder. Ungepflegt war es und ich hab mich darin nicht sicher gefühlt. 



Ein weiteres Restaurant, in das wir unbedingt wollten, war das Golden Corral. Auch ein Buffet-Restaurant. Mit Schokobrunnen, Zuckerwatte zum Frühstück und all solchen "Sünden", die man sich dann im Urlaub eben so gönnt. Man beachte den Pflichtanteil der Vitamine auf dem Kinderteller.... :-)


Orlando ist extremst touristisch, doch es gefiel uns gut. Barbie-World-Planet-Plastic, das war uns klar, doch wir genossen die Zeit.


Unser Mietwagen. 2012 noch ohne Navi, mit klassischen Straßenkarten. Bis heute staune ich über meinen Mann, der uns echt überall hinbrachte...


Hier noch das Metropolitan Resort von außen. 


Wir shoppten im Outlet Center (die Kinder träumten schon länger von Crocs).



... und spielten Minigolf. Die Minigolf-Anlagen in den USA sind einfach unschlagbar im Design, wie ich finde. Diese hier hatte das Thema Piraten.



Um Internet nutzen zu können, setzten wir uns in den riesigen McDonalds. Der Wahnsinn, wie laut es darin war. 



Ein Ausflug führte uns nach Old Town in Kissimmee. Schön war's da!







Direkt daneben gibt es einen FunSpot. Den schauten wir uns auch an. Das ist eine Art Dauer-Volksfest.



... und dann waren sie platt ... ;-)


Was heute Disney Springs heißt, hieß damals noch Downtown Disney. Wir bummelten durch bis es dunkel wurde.









Nach all dem Großstadt-Dschungel und Orlando-Bling-Bling sehnten wir uns nach etwas Ruhe und grün. Man empfahl uns den Kelly Springs Park bei Apopka. Wir machten uns auf den Weg...



Man konnte sich Reifen mieten (außerhalb des Parks) und dann im eiskalten Wasser einen Bach entlang treiben lassen, bis man in einem Bassin ankam. 





Es war herrlich. Ich blieb draußen, Frostbeule, die ich bin, doch wir genossen den Ausflug in vollen Zügen.



Erst später bemerkten wir, dass mein Mann nicht nur mir gefällt... Er war voller Moskitostiche.


In Orlando hatten wir vergünstigte Tickets für Disney World gekauft. Da dieser Verkauf in einem Laden abgewickelt worden war, hatten wir angenommen, dass das alles rechtens ist. War es leider nicht. Die Tickets wurden am Eingang für ungültig erklärt. So mussten wir neue kaufen. Autsch! Zum Glück erhielten wir am nächsten Tag den Preis des Erstkaufes anstandslos zurück. Wir hätten sonst aber auch die Polizei gerufen.

Los ging's - where dreams come true - oder so ähnlich. Sagen wirs mal so: Die "Luftfeuchtigkeit" war arg hoch. Hehe...




Zum Glück hörte der Regen bald auf. Wir hatten einen total schönen Tag! 







Unsere Zeit in Orlando war zu Ende. Der letzte Stop sollte Miami Beach sein. Wir hatten ein wahnsinnig tolles Hotel. Den Preis weiß ich nicht mehr, nur dass wir (aus welchem Grund auch immer) ein Mords-Schnäppchen schlugen, denn wann immer wir wieder danach geschaut hatten, war es unbezahlbar. Das Riu.


Unser Zimmer war nicht nur lila, es roch auch lila. 



Vom Hotelgelände zum Strand waren es nur wenige Meter.



Wir erkundeten die Umgebung...



Und schauten uns abends die Lincoln Road an. 


In Miami gibt es ein ganz tolles Kindermuseum. Bis heute schwärmen beide Kinder davon. 







Mein 30. Geburtstag fiel in den Miami-Zeitraum. Als Geschenk bekam ich einen Besuch im Dolphin Research Center in Marathon, auf den Keys.



Alleine die Fahrt dorthin war ein Genuss.








Im Dolphin Research Center wird kein Tier zu irgendetwas gezwungen. Das war der Grund meines Wunsches, eben dort Delphine zu sehen und nicht in Seaworld oder anderen Tierparks.


Im Center gab es auch einen Wasserspielplatz, den wir ausgiebig nutzten. 


Auf dem Rückweg hielten wir noch an einem Strand. Ich glaube, er heißt Anne's Beach. Man konnte ewig weit ins Meer laufen, ohne dass es tiefer wurde. Erst als wir fertig waren erzählte ich dem Rest der Familie, dass ich gesehen hatte, dass es dort vor Krebsen nur so wimmelt.



Ich erinnere mich sehr gut an die Heimfahrt nach Miami. Ich saß hinten im Auto zwischen den Kindern, die eingeschlafen waren und ihre Köpfe auf meinen Schultern hatten. Ein Moment, in dem das Herz vor Dankbarkeit zerspringen könnte. 

Dieses Polizei-Auto fanden wir fotografierenswert...


Auch im Florida-Forum hatte ich vorher gelesen, dass das Shark Valley in den Everglades ganz toll sein soll, um Aligatoren zu sehen. Man kann dort laufen, radeln oder mit einer Trolley-Bahn fahren. Das taten wir dann auch:



Immer mal wieder stoppte das Züglein und die Rangerin stieg aus und erklärte oder zeigte irgendetwas. Allerdings eher Vögel und Pflanzen, lange Zeit kein Aligator.




Mein Mann war mit der Reptilien-Ausbeute nicht glücklich. Also ging es für ihn und Jana noch auf ein Airboat. Mika und ich verzichteten. 






Und somit endete, nach fotografisch nicht dokumentierter Shoppingtour in der Dolphin Mall unser erster gemeinsamer USA-Urlaub. 

Wir empfanden die Zeit dort als sehr intensiv. Nach schlimmen Wochen und Tagen vor der Abreise war es Balsam für die Seele, nur zur Viert und einander ganz nah zu sein. Den Schwiegerpapa hatten wir im Herzen dabei, das ist auch bei allen weiteren Amerika-Urlauben dann immer so gewesen.

Dadurch, dass wir nicht im Traum gedacht hätten, dass wir noch so oft in die Staaten kommen werden, war der erste Urlaub dort relativ vollgepackt. Wir lernten schnell wie wir alles etwas entzerren und vor allem auch günstiger machen können, indem wir selbst suchen und buchen und vergleichen. Dadurch stand auch recht bald fest, dass wir 2013 wieder über den Atlantik fliegen würden...

... to be continued ...




Dienstag, 24. Juli 2018

Seelenstriptease - wenn das Leben sich neu ordnet


So, der letzte Eintrag ist nun schon ca. 4 Wochen her. Und ich könnte nun wieder Bilder von Wochenendausflügen und leckerem Essen zeigen. Doch danach ist mir nicht. 

Dies wird ein Eintrag ohne Bilder mit (wahrscheinlich) viel Text. Es könnte zum Teil ein wenig nach Jammern und Lamentieren klingen - ist es aber nicht. Doch mein Leben besteht nicht nur aus spaßigen Ausflügen, sondern eben aus vielen Ups und Downs und manchmal einfach aus (gefühltem) Chaos. 

Darum lass ich jetzt mal blogtechnisch die Hosen runter und erzähle, warum ich zur Zeit nix zu erzählen habe, oder schlicht und einfach nicht zum Erzählen komme.

Wer schon eine Weile mitliest, der weiß, dass wir den großen Traum des Auswanderns hegten. Das letzte Jahr über sah es ganz danach aus, dass der Plan aufgehen würde. Wir prosteten uns Neujahr siegessicher zu, da wir zu dem Zeitpunkt gleich zwei offene Wege über den Teich sahen.

Angesichts des vermeintlich großen Umbruchs ließ ich hier ganz arg viel schleifen. Privat, beruflich, ... alles in der Aussicht, dass sich ohnehin bald alles ändern würde, wir würden ja weg ziehen. Das fängt mit den Wänden im Haus an, die mal einen Anstrich nötig hätten und geht bis zum Job, unter dem ich schon länger litt, den ich aber gedachte, "noch ein wenig auszuhalten", da - naja, klar, ihr wisst schon...

So. Nun scheiterte ja der große Plan, noch bevor er begonnen hatte. Kein Jammern an dieser Stelle - schlichte Nennung der Tatsache: Ich war echt geschockt. Zu sicher waren wir uns. Und nun stand ich da, im vernachlässigten Deutschland-Leben, irgendwie orientierungslos. Klingt komisch, gell? Issaberso.

Und wenn ich nun schon hier saß und Trübsal bließ, konnte ich genauso gut auch ein paar Bewerbungen rausschicken. Völlig emotionslos, fast schon trotzig, à la "Was hab ich schon zu verlieren..."

3 Bewerbungen gingen raus, 1 wurde zum Job (ich berichtete). Wow - huch, das Leben nahm plötzlich wieder Geschwindigkeit auf.

Beworben hatte ich mich auf die "Büroleitung"-Stelle. Eingeladen wurde ich zum Vorstellungsgespräch mit der Aussage, es hätte sich alles ein bissel geändert, diese Stelle würde auf zwei Leute aufgeteilt werden. Ob ich mir das vorstellen könnte, denn es handelte sich nun um einen größeren Standort, als zunächst angenommen. Klar, wieso nicht? 

Es kam zum Vertragsabschluss. Beim Unterschrieben seufzte die Chefin und meinte, "Das Häkchen kann ich halt nur einmal setzen", und setzte somit mein Häkchen auf das Kästchen bei "Büroleitungsvertretung". Uff. Ich fragte nach: Alles rein formell, wir sind alle gleich, keinen Hierarchien.

Okaaay. Ich schluckte, doch das ging alles viel zu schnell. Ich war nun sehr gespannt auf die andere Dame, mit der ich mir die Stelle teilen sollte. Ich lernte sie kennen - und war geschockt. Eine wirklich sehr nette Frau, gar keine Frage. Aber absolut branchenfremd. Sie kam aus dem Einzelhandel. Hatte Angst vor Computern. Vielleicht reicht es als Erklärung, dass sie bis heute (3 Monate später) noch immer nicht weiß, wie man einer E-Mail einen Anhang beifügt.

Es schien, wie wenn sich alles wiederholt in meinem Leben. Schon in den letzten acht Jahren war es so, dass ich die "Assistentin" war - die letztlich jedoch die allermeisten Aufgaben übernommen hatte, immer unter den Deckmantel des "Mach du das, du kannst das besser!". 

Ich arbeitete nun drei Monate lange in diesem Team, wurde hochgelobt von der Chefin und den Kollegen, fand ich mich auch wirklich schnell ein. 

Die andere Hälfte der Stelle hat nun aufgegeben. Morgen ist ihr letzter Arbeitstag. Sie war komplett überfordert und sah das nun auch selbst ein.

Bislang wurde noch nicht geklärt, wie diese "Stundenlücke" im Büro nun gefüllt werden soll. Nun stehe ich vor der Situation, dass sich meine Kinder auf die Ferien freuen, die übermorgen beginnen, ich jedoch von einer Zeit der 40 Stunden Wochen ausgehen sollte. Spontan. Ohne Kinderbetreuung (ich habe die beiden ja nirgendwo angemeldet, in der Annahme, nur Teilzeit zu arbeiten).

In den letzten beiden Monaten habe ich bereits 40 Überstunden gesammelt. Doch es ist nicht nur das Arbeitszeitenchaos, das mir zu schaffen macht. Auch mein Ego zwickt gewaltig.

Selbst wenn wir im Büro alle gleich sind - ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir das Häkchen bei Büroleitung nun doch echt auch wichtig wäre.

Dies äußerte ich auch meiner Chefin gegenüber. Darüber habe sie noch gar nicht nachgedacht... Hmmh. Okay, dann muss ich mir das wohl erkämpfen. Sollte ja machbar sein, so, wie ich über den grünen Klee gelobt werde.

Tja, nun startet jedoch das sich-Beweisen von neuem. Denn gestern platzte die große Bombe. Einer von drei Geschäftszweigen an meinem Standort bricht jetzt weg. Damit bekomme ich auch neue Vorgesetzte. Solche, die ich noch gar nicht kenne. Und die mich nicht kennen. Die ich jetzt von neuem davon überzeugen muss, dass ich gut bin und es eeeeendlich auch verdient hätte, Häkchen verpflanzt und Leistungen anerkannt zu kommen.

Es ist alles so fürchterlich chaotisch und ermüdend zur Zeit. Jetzt der Jammerteil (neeein, das alles zuvor war kein Jammern, eher ein Seufzen ;-): Und wenn ich ganz ehrlich bin, dann fällt das Kämpfen um ein Vielfaches schwerer, weil ich ja eigentlich noch immer im Herzen gar nicht hier sein will. Ich sollte doch mittlerweile Container packen... Schnüff.

So. Taschentuch weg, weiter zur Chaos-Faktenlage: 
Während ich ganz verbissen gearbeitet, gelernt und mich "bewiesen" habe, mit dem positiven Effekt der Ablenkung von Grübelein, hat ja mein Mann im Job nicht locker gelassen.

Seine Firma ist Teil einer größeren Firma, die wiederum Teil eines noch größeren Konzerns ist.

Die Versetzung, die gescheitert ist, war der mittelgroße Teil. Er hat jedoch in der nächst höheren Instanz weitergemacht mit den Bewerbungen. Dort traf er auch auf eine fleißige Zuständige. Lange Rede kurz: Wir drehten uns hier, mit Ups und Downs, im Kreise und landeten wieder bei dem Boss, der meinte: "Ja, bewerben Sie sich ruhig weiter." Außer dieser wohlwollenden Worte kam nix bei rum. Mein Mann ist nun frustriert und hat jetzt sämtliche Bemühungen firmenseitig gestoppt. Er ist einfach nicht "wichtig" genug, das müssen wir nun so hin nehmen. Krass war nur, als wir erfahren haben, was es die Firma kosten würde, ihn zu versetzen. Wir dachten, das wäre viel teurer. 

Sooo, dies zu unseren Jobs. 

Nun stehen also die Ferien vor der Tür. Die Kinder freuen sich riesig drauf, ich selbst weiß wirklich noch nicht so richtig, wie ich alles organisieren soll (Oma ist berufstätig und im Urlaub), und der Urlaub rückt näher.

Die Kinder freuen sich wahnsinnig auf Florida. Wir Eltern natürlich auch. Und auch, wenn es nicht mehr all zuviele Tage bis dahin sind, passiert azuvor noch so vieles... Neue Chefin, neuer Arbeitsvertrag (?), neuer Kampf ums Häkchen.

Das ist jetzt Heulen auf hohem Niveau, ich weiß: Aber mir ist auch ein wenig mulmig vor der Reise in das Land, in dem ich eigentlich hatte bleiben wollen. 

Ich versetze mich jetzt aber ganz zielgerichtet in den Vorfreude-Modus. Ursprünglich wollte ich auch mal all unsere Reisen hier im Zuge von tbts dokumentieren. Das ist jedoch wesentlich aufwändiger als gedacht, da die Fotos in den Jahren nie so gemacht wurden, dass sie ins Internet könnten.

Aber vielleicht bekomme ich ja eine abgespeckte Version hin (s.u.).

Wer bis hierher durchgehalten hat: Danke, fürs Zuhören. Ich weiß nicht, ob ich verstanden werde, mit meinem Hirnquark, den ich versuche zu artikulieren. Und ich bin mir dessen bewusst, dass ich es extrem gut habe, im Vergleich zu anderen. Aber letztlich ist es ja mein virtuelles Tagebuch, und da muss dann auch mal so etwas hinein. Und wer weiß, wie's mir geht, wenn ich das in zwei, drei Jahren lese... ;-)

NACHTRAG:
Ich war fleißig und habe die ersten USA-Reisen nun verfasst. Morgen geht's los mit den Rückblicken, auch auf die Gefahr hin, dass dies hier der komplette Florida-Overload wird... 
Himmel, wie klein die Kinder da noch waren... 




Montag, 25. Juni 2018

Das Wochenende der Wonderers - Dies & Das ...


Der Alltag plätschert vor sich hin im Hause Wonderer. Während ich noch versuche irgendeine Logik in meinen Wochenablauf zu bekommen, befinden sich die Kinder im Schuljahresendspurt und Mr. Wonderer klopft weiterhin hartnäckig seine Auslandsjob-Möglichkeiten ab.

Da es aber nun im Alltagsgedöns irgendwie so wenig Spannendes gibt (hab meinen ersten Vertrag im neuen Job "verkauft", über Kollegen sollte man sich einfach nicht "öffentlich" wundern, der Fast Food Konsum im Hause erhöht sich besorgniserregend aufgrund mangelnder Kochkenntnisse des Pubertiers, ...) habe ich unser Wochenende spontan dokumentiert...

Der Freitag startete mit dem Auszug unseres Nesthäkchens. Okay, Auszug auf Zeit. Jaaa, nur für eine Nacht - aber hey, hinsichtlich ihres Schullandheim-Traumas ist da ein großer Schritt. Und was das Gepäck betrifft, könnte man meinen, Jana erkundet nun längerfristig die Welt:


In Anbetracht der Tatsache, dass so mancher Dorfeinwohner hier eben jenes für den Nabel der Welt hält, ist die Aussage der Welterkundung auch gar nicht mehr so weit hergeholt. Hashtag Dorfkoller...

Nundenn, in Wahrheit stand nun aber die "Turnnacht" an. Schnecki ist seit Jahren im Kinderturnen und dieses Jahr nahm sie zum ersten Mal an der Übernachtung in der Turnhalle teil. Wir lieferten sie ab...


... und sahen sie nur abends nocheinmal mit ihrer Gruppe an unserem Haus vorbeilaufen. Nachtwanderung...

Samstag früh war ich arbeiten, das tu ich manchmal in meiner Funktion als Prüfungsaufsicht. Nach dieser schaute ich auf mein Handy und erhielt von Mr. Wonderer ein Jana Update: Das Turnprogramm ging wohl bis 2.30 Uhr (!!!!), Schlafenszeit war dann von 3.00 Uhr bis 7.00 Uhr. Na prima! Schon krass, wenn man bedenkt, dass da auch noch weitaus jüngere Kinder teilgenommen haben.

Jana hatte trotzdem gute Laune und hielt verhältnismäßig lange durch. Und das trotz dem nächsten Programmpunkt, für den sie sich angemeldet hatte: Ab 13 Uhr war sie beim "Kindertag" der Gemeinde. Bis halb fünf wurde dort Streetdance angeboten, Bungee-Runs, Basteleien, ...

Als wir sie abholten war sie doch schon recht blass ums Näschen, stritt aber vehement ab, müde zu sein. 

Gut für uns, denn wir hatten uns schon aufs Food & Wine Festival gefreut. Dort hatte es uns im Vorjahr schon gut gefallen und dieses Mal gab's noch dazu Public Viewing und das Deutschland-Schweden-Spiel stand an. 




Es war arg bewölkt, doch blieb trocken.


Keine Ahnung, ob unsere Popos zu verwöhnt sind, doch ich fand, dass sie fürs Public Viewing ruhig noch ein paar mehr Sitzgelegenheiten aufstellen hätten können... 


Kurz vor 17 Uhr hatte der DJ noch keine große Fangemeinde.


Wenn die Gastro-Wägen auch verteilt waren - hier waren sie dann doch eng beieinander und bildeten eine Art Food Court. Tja, Mr. Wonderer hatte sich aber für ein Gericht am anderen Ende des Geländes entschieden. So kam er dann mit seinem Burrito zu uns, als wir längst fertig waren. Wenn das kein Zeichen für die Notwendigkeit eines zweiten Ganges ist... Hehe...



Diese Mellow Monkey Bars sind mit Eis gefüllte Marshmellows. Die Teile kosteten 7 Euro. Eine Mutter staunte nicht schlecht, als sie (mangels anderem Eis-Angebot) für ihre zwei kleinen Mädels eben 14 Euro löhnen musste. 





Die Kinder entschieden sich für "Gourmet"-Langos. "Gourmet" steht in dem Fall für Miniatur-Format. Muss man wissen... 


Diese Teigtaschen wurden mein 1. Gang. 


Die hier gab's so nebenher.... 



Es fanden sich immer mehr Leute vor der Leinwand ein.



Dort holten wir uns dann auch noch "Erbsenfleisch". Es war erstaunlich lecker!



Zufällig trafen wir einen ehemaligen Kollegen meines Mannes und hatten gemeinsam noch eine schöne Zeit. Allerdings beschlossen wir, das Spiel dann zuhause anzuschauen. Es wurde immer kühler und iiiiiiiirgendwie hatte ich auch den Verdacht, dass Jana nicht mehr lange durchhalten würde.



Gerade als wir gingen kam dann doch noch die Sonne heraus. Dennoch war der Ruf der Couch lauter...

Das Spiel war klasse, spannend bis zum Schluss. Für 3 von 4en jedenfalls...

Den Sonntag ließen wir ruhig angehen... Ich ließ Annie ordentlich über die Felder toben...


Erfreute mich an Janas Kreativität... 


Und nach dem Mittagessen fuhren wir in ein Pflanzenzentrum, das sonntags immer geöffnet hat. Wir mögen es dort ganz gerne, da es einen tollen Park gibt, inkl. Teppichrutsche, Teich, Hängebrücke und  Spielplatz.


Wieder sahen wir wenig blau am Himmel, doch das störte uns nicht.






Für einen gelungenen Abschluss sorgte noch ein Abstecher zum goldenen M, wo die Kinder sich interessante Flurry-Kreationen einverleibten (Jana wählte Schoko- + Erdbeersoße).



Der Montag startete dann mit Frisur-Tutorial-Nachbauten auf dem töchterlichen Haupt. Egal, was sie vorschlägt und welche Anleitungen sie bringt, das Kind hat einfach zu lange und zu volle Rapunzel-Haare...



Nun ist es Montag und rein theoretisch sollte ich den arbeitsfreien Tag ganz konzentriert für die Dinge nutzen, zu denen ich nicht komme, wenn ich arbeiten gehe. Und in Wahrheit durchstöbere ich Florida-Foren für die Urlaubsplanung (jaaaa, es rückt näher) und erzähle vom Wochenende. Wer braucht schon Sport, Haushalt, Wäsche, Home Office, ...