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Dienstag, 24. Juli 2018

Seelenstriptease - wenn das Leben sich neu ordnet


So, der letzte Eintrag ist nun schon ca. 4 Wochen her. Und ich könnte nun wieder Bilder von Wochenendausflügen und leckerem Essen zeigen. Doch danach ist mir nicht. 

Dies wird ein Eintrag ohne Bilder mit (wahrscheinlich) viel Text. Es könnte zum Teil ein wenig nach Jammern und Lamentieren klingen - ist es aber nicht. Doch mein Leben besteht nicht nur aus spaßigen Ausflügen, sondern eben aus vielen Ups und Downs und manchmal einfach aus (gefühltem) Chaos. 

Darum lass ich jetzt mal blogtechnisch die Hosen runter und erzähle, warum ich zur Zeit nix zu erzählen habe, oder schlicht und einfach nicht zum Erzählen komme.

Wer schon eine Weile mitliest, der weiß, dass wir den großen Traum des Auswanderns hegten. Das letzte Jahr über sah es ganz danach aus, dass der Plan aufgehen würde. Wir prosteten uns Neujahr siegessicher zu, da wir zu dem Zeitpunkt gleich zwei offene Wege über den Teich sahen.

Angesichts des vermeintlich großen Umbruchs ließ ich hier ganz arg viel schleifen. Privat, beruflich, ... alles in der Aussicht, dass sich ohnehin bald alles ändern würde, wir würden ja weg ziehen. Das fängt mit den Wänden im Haus an, die mal einen Anstrich nötig hätten und geht bis zum Job, unter dem ich schon länger litt, den ich aber gedachte, "noch ein wenig auszuhalten", da - naja, klar, ihr wisst schon...

So. Nun scheiterte ja der große Plan, noch bevor er begonnen hatte. Kein Jammern an dieser Stelle - schlichte Nennung der Tatsache: Ich war echt geschockt. Zu sicher waren wir uns. Und nun stand ich da, im vernachlässigten Deutschland-Leben, irgendwie orientierungslos. Klingt komisch, gell? Issaberso.

Und wenn ich nun schon hier saß und Trübsal bließ, konnte ich genauso gut auch ein paar Bewerbungen rausschicken. Völlig emotionslos, fast schon trotzig, à la "Was hab ich schon zu verlieren..."

3 Bewerbungen gingen raus, 1 wurde zum Job (ich berichtete). Wow - huch, das Leben nahm plötzlich wieder Geschwindigkeit auf.

Beworben hatte ich mich auf die "Büroleitung"-Stelle. Eingeladen wurde ich zum Vorstellungsgespräch mit der Aussage, es hätte sich alles ein bissel geändert, diese Stelle würde auf zwei Leute aufgeteilt werden. Ob ich mir das vorstellen könnte, denn es handelte sich nun um einen größeren Standort, als zunächst angenommen. Klar, wieso nicht? 

Es kam zum Vertragsabschluss. Beim Unterschrieben seufzte die Chefin und meinte, "Das Häkchen kann ich halt nur einmal setzen", und setzte somit mein Häkchen auf das Kästchen bei "Büroleitungsvertretung". Uff. Ich fragte nach: Alles rein formell, wir sind alle gleich, keinen Hierarchien.

Okaaay. Ich schluckte, doch das ging alles viel zu schnell. Ich war nun sehr gespannt auf die andere Dame, mit der ich mir die Stelle teilen sollte. Ich lernte sie kennen - und war geschockt. Eine wirklich sehr nette Frau, gar keine Frage. Aber absolut branchenfremd. Sie kam aus dem Einzelhandel. Hatte Angst vor Computern. Vielleicht reicht es als Erklärung, dass sie bis heute (3 Monate später) noch immer nicht weiß, wie man einer E-Mail einen Anhang beifügt.

Es schien, wie wenn sich alles wiederholt in meinem Leben. Schon in den letzten acht Jahren war es so, dass ich die "Assistentin" war - die letztlich jedoch die allermeisten Aufgaben übernommen hatte, immer unter den Deckmantel des "Mach du das, du kannst das besser!". 

Ich arbeitete nun drei Monate lange in diesem Team, wurde hochgelobt von der Chefin und den Kollegen, fand ich mich auch wirklich schnell ein. 

Die andere Hälfte der Stelle hat nun aufgegeben. Morgen ist ihr letzter Arbeitstag. Sie war komplett überfordert und sah das nun auch selbst ein.

Bislang wurde noch nicht geklärt, wie diese "Stundenlücke" im Büro nun gefüllt werden soll. Nun stehe ich vor der Situation, dass sich meine Kinder auf die Ferien freuen, die übermorgen beginnen, ich jedoch von einer Zeit der 40 Stunden Wochen ausgehen sollte. Spontan. Ohne Kinderbetreuung (ich habe die beiden ja nirgendwo angemeldet, in der Annahme, nur Teilzeit zu arbeiten).

In den letzten beiden Monaten habe ich bereits 40 Überstunden gesammelt. Doch es ist nicht nur das Arbeitszeitenchaos, das mir zu schaffen macht. Auch mein Ego zwickt gewaltig.

Selbst wenn wir im Büro alle gleich sind - ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir das Häkchen bei Büroleitung nun doch echt auch wichtig wäre.

Dies äußerte ich auch meiner Chefin gegenüber. Darüber habe sie noch gar nicht nachgedacht... Hmmh. Okay, dann muss ich mir das wohl erkämpfen. Sollte ja machbar sein, so, wie ich über den grünen Klee gelobt werde.

Tja, nun startet jedoch das sich-Beweisen von neuem. Denn gestern platzte die große Bombe. Einer von drei Geschäftszweigen an meinem Standort bricht jetzt weg. Damit bekomme ich auch neue Vorgesetzte. Solche, die ich noch gar nicht kenne. Und die mich nicht kennen. Die ich jetzt von neuem davon überzeugen muss, dass ich gut bin und es eeeeendlich auch verdient hätte, Häkchen verpflanzt und Leistungen anerkannt zu kommen.

Es ist alles so fürchterlich chaotisch und ermüdend zur Zeit. Jetzt der Jammerteil (neeein, das alles zuvor war kein Jammern, eher ein Seufzen ;-): Und wenn ich ganz ehrlich bin, dann fällt das Kämpfen um ein Vielfaches schwerer, weil ich ja eigentlich noch immer im Herzen gar nicht hier sein will. Ich sollte doch mittlerweile Container packen... Schnüff.

So. Taschentuch weg, weiter zur Chaos-Faktenlage: 
Während ich ganz verbissen gearbeitet, gelernt und mich "bewiesen" habe, mit dem positiven Effekt der Ablenkung von Grübelein, hat ja mein Mann im Job nicht locker gelassen.

Seine Firma ist Teil einer größeren Firma, die wiederum Teil eines noch größeren Konzerns ist.

Die Versetzung, die gescheitert ist, war der mittelgroße Teil. Er hat jedoch in der nächst höheren Instanz weitergemacht mit den Bewerbungen. Dort traf er auch auf eine fleißige Zuständige. Lange Rede kurz: Wir drehten uns hier, mit Ups und Downs, im Kreise und landeten wieder bei dem Boss, der meinte: "Ja, bewerben Sie sich ruhig weiter." Außer dieser wohlwollenden Worte kam nix bei rum. Mein Mann ist nun frustriert und hat jetzt sämtliche Bemühungen firmenseitig gestoppt. Er ist einfach nicht "wichtig" genug, das müssen wir nun so hin nehmen. Krass war nur, als wir erfahren haben, was es die Firma kosten würde, ihn zu versetzen. Wir dachten, das wäre viel teurer. 

Sooo, dies zu unseren Jobs. 

Nun stehen also die Ferien vor der Tür. Die Kinder freuen sich riesig drauf, ich selbst weiß wirklich noch nicht so richtig, wie ich alles organisieren soll (Oma ist berufstätig und im Urlaub), und der Urlaub rückt näher.

Die Kinder freuen sich wahnsinnig auf Florida. Wir Eltern natürlich auch. Und auch, wenn es nicht mehr all zuviele Tage bis dahin sind, passiert azuvor noch so vieles... Neue Chefin, neuer Arbeitsvertrag (?), neuer Kampf ums Häkchen.

Das ist jetzt Heulen auf hohem Niveau, ich weiß: Aber mir ist auch ein wenig mulmig vor der Reise in das Land, in dem ich eigentlich hatte bleiben wollen. 

Ich versetze mich jetzt aber ganz zielgerichtet in den Vorfreude-Modus. Ursprünglich wollte ich auch mal all unsere Reisen hier im Zuge von tbts dokumentieren. Das ist jedoch wesentlich aufwändiger als gedacht, da die Fotos in den Jahren nie so gemacht wurden, dass sie ins Internet könnten.

Aber vielleicht bekomme ich ja eine abgespeckte Version hin (s.u.).

Wer bis hierher durchgehalten hat: Danke, fürs Zuhören. Ich weiß nicht, ob ich verstanden werde, mit meinem Hirnquark, den ich versuche zu artikulieren. Und ich bin mir dessen bewusst, dass ich es extrem gut habe, im Vergleich zu anderen. Aber letztlich ist es ja mein virtuelles Tagebuch, und da muss dann auch mal so etwas hinein. Und wer weiß, wie's mir geht, wenn ich das in zwei, drei Jahren lese... ;-)

NACHTRAG:
Ich war fleißig und habe die ersten USA-Reisen nun verfasst. Morgen geht's los mit den Rückblicken, auch auf die Gefahr hin, dass dies hier der komplette Florida-Overload wird... 
Himmel, wie klein die Kinder da noch waren... 




Dienstag, 24. April 2018

s'läuft! Ein Update für die Daumendrücker...


Zunächst: Vielen lieben Dank an diejenigen, die mir die Daumen gedrückt haben. Ganz unabhängig davon, dass es ein schönes Gefühl ist zu wissen, dass da jemand drückt: Es hat auch noch geholfen! 
;-)

Das Probearbeiten hat mir richtig gut gefallen. Die Dame, der ich über die Schulter gucken durfte war eine ganz nette. Allerdings wird die nicht mehr lange da sein. Sie ist aktuell eine Vollzeitkraft und wechselt nun zu einer anderen Niederlassung, da sie ihre Arbeitszeit reduzieren möchte. 

Ihre (nun freiwerdende) Stelle wird auf zwei Teilzeitkräfte aufgeteilt. Eine haben sie schon eingestellt, der andere Platz wird nun meiner. 

Der halbe Arbeitstag war sehr interessant und hat mir aufgezeigt, wo die Schwerpunkte liegen. Im Gegensatz zu meinem aktuellen Arbeitsplatz geht es weniger um das Erstellen und Planen von Events, sondern vielmehr um das managen bestehender Klassen. 

Am nächsten Tag sollte ich mich bei der Chefin melden. Ich tat das und äußerte mein Interesse. Sie meinte, dass sie einen guten Eindruck von mir gehabt habe und auch das Feedback, das sie von der Schulter-Guck-Bald-Woanders-Frau erhalten hatte wäre äußerst positiv gewesen. 

Lange Rede kurzer Sinn - ich sollte am Freitag Nachmittag kommen, um "Nägel mit Köpfen zu machen". 

Freitag Nachmittag war nun ja auch der Vortag meiner Prüfungen. Oh ja - die Woche hatte es echt in sich. Selbst wenn ich Zeit fand, noch zu lernen, so fiel es mir extrem schwer, mich zu konzentrieren - das Job-Thema war einfach dominanter.

Jetzt wusste ich, dass Frau Schulter-guck zum 1.6. weg sein würde und auch, dass die andere Hälfte (meine künftige Kollegin, die frisch eingestellt wurde) zum 1.5. schon anfangen würde, um eingelernt zu werden. Meinen aktuellen Arbeitsplatz kann ich aber erst zum Juni verlassen.

Ich bot an, im Mai schon einmal in der Woche als "Praktikantin" zu kommen, damit ich auch noch von Frau Schulter-guck eingelernt werden kann.

Es kam anders: Ich starte nun auch schon am 1. Mai und habe dann einen Monat lang zwei Jobs (einen 450er und die neue Teilzeitstelle) gleichzeitig. Das hat mich dann doch kurz überrascht. Vorteil: Doppeltes Gehalt, gute Einlernkonditionen.
Nachteil: Im Mai hat Mika Geburtstag und außerdem sind da gleich zwei Wochen Pfingstferien... 

Ich bin nun echt aufgeregt, wie das alles klappen wird, zumal die Kids bislang Glucken-Mama verwöhnt sind. Aber irgendwie bekommen wir das hin - andere schaffens ja auch. Tschakka!

Den Freitag Abend begossen Mr. Wonderer und ich mit Sekt. Ich weiß noch, wie ich beschwipst meinte: "Meine Güte - morgen schreib ich ne Prüfung, und jetzt trink ich lieber Sekt, anstatt zu lernen!" Sekt-sei-Dank fand ich das in dem Moment witzig.

Samstag früh dann aber nicht mehr.

Ich glaube, es war kurz nach fünf, als ich Adrenalin gekickt aus dem Bett sprang und mich nochmal last minute in meinen Unterlagen wälzte.

Was soll ich sagen? Es waren schon so einige knifflige Fragen in der Prüfung, doch ich ging mit einem guten Gefühl raus. Am nächsten Tag erfuhr ich, dass ich 55 von 60 Punkten erreicht hatte. Yeah! 

Sonntag war dann der Tag der mündlichen Prüfungen. Man musste einen "Fall" ziehen, bekam dann 30 Minuten Vorbereitungszeit und sollte dann den Prüferinnen vortragen, wie man den Klienten/Patienten beraten würde.

Auch hier hatte ich wieder richtig Glück - ich zog "17-jährige mit frisch diagnostizierter Zöliakie kommt zur Erstberatung". 

Es lief super, mir fiel ganz viel dazu ein und erzählte den Prüferinnen alles, vom medizinischen Aspekt, über den psychologischen, rechtlichen und auch das ein oder andere Rezept konnte ich mir schon aus dem Ärmel schütteln.

Dann musste ich kurz raus und es wurde beraten.

Ergebnis: "Herzlichen Glückwunsch - mit Bravour bestanden!" 

Jetzt darf ich ganz offiziell endlich klugsch***, wenn's um Ernährung geht, hehe...

Soweit nun dieses überaus positive Update. Ich genieße jetzt dieses erleichternde Gefühl, auf nix lernen zu müssen, verdränge die Nervosität hinsichtlich der Veränderungen, die da jetzt in unseren Familienalltag ziehen und freu mich riesig auf das kommenden Wochenende. Denn wir machen mal wieder das, was wir "Einzahlungen aufs Seelenkonto" nennen - wir gehen auf Reisen.

Zwar nur zwei Tage lang - aber das tut der Vorfreude keinen Abbruch... Strasbourg, wir kommen! 

Mittwoch, 10. Mai 2017

... und sie soll "krank" sein ...



Eines vorweg: Ich weiß, dass Demenz kein Zuckerschlecken ist und viele pflegende Menschen irrsinnig viel Kraft aufbringen müssen. Alles, was nun folgt, ist rein auf mein persönliches Erleben mit meiner Oma bezogen - keinesfalls verallgemeinernd oder herunterspielend gemeint!

Meine Oma hat Demenz. Sie ist jetzt fast 87 Jahre alt. Seit etwas mehr als einem Jahr lebt sie im Pflegeheim. Jede Woche habe ich meinen festen "Oma-Tag", an dem ich sie vormittags besuche und mit ihr im naheliegenden Park spazieren gehe.

Natürlich war Oma nicht immer dement. Sie spielte schon immer eine große Rolle in meinem Leben. Meine Mutter war sehr jung als sie mich bekam und zunächst auch alleinerziehend. Soweit ich weiß verbrachte ich jedes Wochenende bei Oma bis ich fünf Jahre alt war und einen Stief- später Adoptiv-Vater bekam.

Auch im Teenie-Alter war ich regelmäßig dort, vor allem dienstags und donnerstags in der Mittagspause vor dem Nachmittagsunterricht.

Als Oma immer zerstreuter wurde, reagierte ich zunächst wütend. Es war einfach so schwer zu begreifen. Irgendwann jedoch musste ich mir eingestehen, dass die Entwicklung nicht aufzuhalten ist. Und dann kam der Punkt, an dem ich aufhörte, sie ernst zu nehmen. Ich nahm mir nicht mehr zu Herzen, wenn sie den Namen meiner Kinder nicht mehr wusste oder vergessen hatte, dass wir am Vortag telefoniert hatten. 

Mit dem Tag, an dem ich mir eingestehen musste, dass es "die" Oma nicht mehr gibt, konnte ich annehmen, dass ich nun eben an der Reihe war, zu geben. Es gibt einen Spruch, der mir auch in den sozialen Medien oft begegnet: "Hauptsache ICH weiß noch, wer sie ist." Und der könnte wahrer kaum sein.

Was wie "Pflicht" oder "Anstand" klingt, ist allerdings mittlerweile sogar eine Kraftquelle für mich geworden. Der wöchentliche Oma-Tag. Wenn ich in die Stadt fahre und sie in ihrem Heim besuche - und dann sehe wie ihre Augen leuchten, sobald sie mich sieht. Sie mag meinen Namen nicht mehr kennen - doch ihr Herz erkennt mich. Sie spürt meine Liebe.

Und wenn wir dann raus gehen in den Park, und ich sehe, wie sie vor Freude beginnt zu weinen, weil sie ein süßes Baby im Kinderwagen einer Spaziergängerin anhimmeln darf, wie sie sich unbändig über Gänseblümchen auf der Wiese freut, dann wird mir klar, wieviel "gesünder" sie, die Demenzkranke ist. Sie weiß nichts von gestern und sie denkt nicht an morgen. Sie spürt einfach die Liebe, die man ihr entgegenbringt und sie geht auf in all der subtilen Schönheit, die unser direktes Umfeld inne hat.

Ich bin die "Gesunde" von uns beiden. Und latsche regelmäßig auf mein Handy starrend durch die Natur, bedaure mich für Vergangenes und hadere mit der Zukunft. Sie ist die "Kranke", die auch für "Unkraut" stehen bleibt, weil es so herrlich gelb leuchtet.

Gemeinsam albern wir, singen in der Öffentlichkeit und lachen über uns selbst - die Fröhlichkeit und der Moment sind alles was zählt. Und das fühlt sich so gesund an...

Still wondering...

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Throwback Thursday - Meine Sportlerkarriere (oder auch nicht)

Facebook war heute so freundlich, mir eine Erinnerung von vor zwei Jahren zu zeigen. Vielen Dank dafür, so weiß ich schon, wohin ich mich heute "throwbacken" lasse...

Ich und der Sport - uff, eine Geschichte voller Hass und voller Liebe.

Von klein auf war ich eher ein langer Lulatsch, wie man hier so schön sagt. Steifgliedrig, in die Höhe geschossen - alles andere als eine biegsame Elfe. Meine 1,75 Körpergröße hatte ich bereits im Alter von 12 Jahren erreicht und da ich auch nicht mit draufgängerischem Mut gesegnet bin, waren die Mannschaftssportarten in der Schulzeit mehr Qual als Freude.

Die Bundesjugendspiele hasste ich, überlebte ich und verdrängte ich im Anschluss ebenso wie das Gefühl der brennenden Lunge beim Langlauf. Mit Stolz kann ich jedoch von mir behaupten, dass ich beim Schul-Tischtennis-Turnier den 2. Platz der Mädels belegt hatte. Und ich bin überzeugt davon, dass es nicht wichtig zu erwähnen ist, dass insgesamt 2 Mädels mitgemacht haben. ;-)

So wurde ich Erwachsen mit der festen Überzeugung, dass Sport gleich Mord ist und einfach nicht zu mir und meinem Körper passt. Ausprobiert hatte ich genug: Volleyball, Tischtennis, Judo, Schwimmen (wobei mir dies noch am besten gelegen hatte).

Doch dann kam dieser eine Tag vor ziemlich genau 2,5 Jahren. Ich hatte frei und unheimlich großen Hunger auf frische Luft. Also kam ich auf die glorreiche Idee, einen Spaziergang durch die Weinberge der Nachbarschaft zu machen. Einfach so beschloss ich, mit meinem Handy zu messen, welche Distanz das dann wäre. Um es kurz zu machen: Nach gerade mal 2 km war ich zurück und lag wie erschlagen schnaufend auf dem Sofa. Und das schockte mich. Knapp über 30 Jahre alt, nicht übergewichtig, nicht krank und dermaßen unfit? Es war wirklich ein Schlüsselmoment, denn ich konnte es nicht fassen, ...

Dies war der Tag an dem ich meine Einstellung zu meinem Körper und Sport im Allgemeinen komplett auf den Kopf stellte.

Zunächst in Jeanshosen, kurze Zeit später mit Nordic Walking Stöcken begann ich jeden Tag zu gehen. Ich überwand meine Aversion alleine in der Landschaft herzumzustiefeln und meine Scham, hechelnd den Berg hochkraxelnd gesehen zu werden.

Innerhalb weniger Wochen wurden aus 2 km Spaziergängen 6 km Nordic Walking Runden. Schließlich wurde ich mir selbst zu langsam. Etappenweise klemmte ich mir meine Stöcke unter die Arme und versuchte zu joggen. Oh weh - das war nochmal eine ganz andere Liga. Ich werde nie vergessen, wie stolz ich darauf war, als mir mein Handy zum ersten Mal 700 gejoggte Meter angezeigt hatte.

Als die Walking Runden dann 10 km lang wurden, entschied ich mich dazu, mich ernsthaft ans Joggen zu gewöhnen. Denn der Zeitfaktor (wie lange muss ich gehen, bis ich ausgepowert bin) wurde angesichts meiner Rolle als Teilzeit-arbeitende Mama zweier Kinder immer kritischer.

Die Kinder packte ich auf ihre Fahrräder, ich kaufte mir ordentliche Laufschuhe und begann mit ihnen durch die Weinberge zu ziehen. Ein bestimmter Rundweg, der 2 km lang ist, wurde die Erst-Trainingsstrecke.

Selbstverständlich war ich noch weit davon entfernt, wie ein Gazelle schweißfrei über die Felder zu fegen, doch es lässt sich kaum in Worte fassen, wie wunderbar das Gefühl ist, zu erkennen, was man alles schaffen kann, wenn man nur dran bleibt.

Glückliche Umstände ermöglichten mir dann eine Anmeldung zum New York Halbmarathon im Folgejahr. Ein sehr hoch gestecktes Ziel, angesichts der 2 km Laufstrecken. Doch die Monate zuvor hatte mir ja gezeigt, dass ALLES schaffbar ist.

Da ich jedoch nicht wusste, wie es ist, mit anderen Menschen zu laufen, suchte ich mir einen Zwischenschritt, quasi als Generalprobe. Im Oktober 2014 fand dieser dann statt: In Form eines 10 km Stadtlaufes. Meine heutige Facebook-Erinnerung.

Ich schaffte es. Meine Platzierung weiß ich gar nicht mehr - sie war mir auch zu keiner Sekunde wichtig. Wichtig war es mir nur, die vollen 10 km zu schaffen. Und es gelang. 6 Monate nach dem Spaziergang über 2 km, der mich völlig kaputt gemacht hatte.

Weitere 5 Monate danach lief ich den New York Halbmarathon. Es war das erste Mal (und letzte Mal), dass ich über 20 km am Stück lief - als Finisher durchs Ziel.

Ja, das ist die Kurzfassung meiner Karriere als Sportlerin. Zu keinem Zeitpunkt ging es um Platzierungen, Auszeichnungen oder ähnliches. Es ging immer nur um meinen Körper, meine Gesundheit und meinen Willen.  Ich denke, dass dies letztlich auch das Erfolgsgeheimnis war.

Nachdem ich mir alles bewiesen hatte, was ich mir beweisen wollte, joggte ich nur noch Wohlfühldistanzen (4 bis 6 km) und begann mit anderen Sportarten, wie z. B. Pilates. Denn ich möchte möglichst nie wieder schnaufend auf dem Sofa liegen müssen...

Sonntag, 21. August 2016

Let's fetz...

Bloggen möchte ich - soviel steht fest. Doch vom Erstellen des Blogges bis zum heutigen ersten Eintrag vergingen einige Tage.

Gedanken mussten sortiert werden; Worüber schreibe ich? Wie viel schreibe ich? Wie erkläre ich mich und meine Beweggründe, nun öffentlich mein Innerstes zu kommunizieren? Wie komme ich darauf, dass es für andere interessant sein könnte, was ich zu erzählen habe?

Am besten wird es sein, wenn ich ganz langsam anfange:

Ich bin eine junge "thirty-something" Frau, mit meinem Traummann verheiratet und werde von zwei großartigen Menschen "Mama" genannt. Und obwohl sich mein Lebenslauf sicher recht bieder und - nennen wir es "artgerecht" liest, so drängt sich mir ziemlich täglich der Verdacht auf, dass ich, bzw. meine Familie, irgendwie anders tickt als die Leute um uns herum.

Obschon ich von mir behaupten möchte, ein riesengroßes Herz zu haben, blubbern noch tagtäglich zynisch gewürzte und auch aufrichtig verwunderte Gedanken durch mein Hirn.

"Still wondering" - zwei Worte, die perfekt beschreiben, wodurch unser Familienleben geprägt ist.

Ich bin gespannt!