Donnerstag, 11. Mai 2017

Alles neu macht der Mai...



Sooo, das Krönchen ist gerichtet - naja - so halbwegs zumindest und die Enttäuschung über den Nicht-Gewinn der Greencard wird bearbeitet. ;-) Also fokussiere ich mich auf die schönen Dinge, die der Monat Mai für uns bereit hält. Und das sind gar nicht wenige! Jippieh!

Durch den Umstand, dass wir dann wohl noch nicht unsere Koffer packen um über den großen Teich zu ziehen, konnte ich endlich einige Kleinigkeiten umsetzen. Die sind nicht groß, doch sie waren lang ersehnt und wären Quatsch gewesen, wenn wir umgezogen wären. Endlich durfte ich den (von mir) verhassten Wohnzimmerteppich entsorgen und einen neuen kaufen. Der alte war schon als Kompromiss ins Haus gekommen und sein letztes Stündlein schlug bereits letzte Woche. 

Und auch unsere Küchengardine musste einer neuen weichen. Gar nix Besonderes, doch mich macht das happy. Die vorherige hatte ich kurz nach Mikas Geburt gekauft - es wurde also höchste Zeit für Veränderungen. 

Das Ende des lähmenden Wartens auf die Ami-Auslosung bringt nun auch mit sich, dass wir uns der diesjährigen Sommerurlaubsplanung widmen können. 

EIGENTLICH hatten wir im Sinn nach Holland zu reisen. Das war so lange klar, bis es jetzt an's Buchen ging. Plötzlich scheiden sich die Geister: Mika hätte gerne Action in einem Freizeitpark, ich sehne mich nach Erholung, Annie hätte mitkommen sollen, worüber wir uns aber nun nicht mehr so sicher sind und Jana eröffnete uns, dass sie nach dem turbulenten Spanien-Rückflug nun nie mehr in ein Flugzeug steigen möchte. Aaaarhghgh - Chaos. Gestern entdeckten wir ein interessantes Schnäppchen für eine Woche Stockholm, ich fände ja Holland immer noch gut, während ich meinen Mann dabei erwische nach Dubai-Flügen zu googlen. Der Sommer rückt näher - wir sollten bald auf einen Nenner kommen. Heute vielleicht? Wer weiß.

Damit noch nicht genug der Mai-Events: Am Wochenende in einer Woche zieht ein Pflegehund bei uns ein. Sie heißt Dora und kommt direkt aus einem spanischen Tierheim. Wir haben sehr lange überlegt, doch als wir erfuhren, dass über 140 Hunde am Ende des Jahres eingeschläfert werden sollen, wenn sie bis dahin nicht vermittelt sind, war klar: Wir versuchen das. Alle Nachteile, die wir dadurch erfahren sind in unseren Augen nicht mit einem Hundeleben vergleichbar. Wir hoffen nun, dass das gut harmoniert hier und wir uns nicht all zu sehr in die Hündin verlieben (Trennungsschmerz bei Vermittlung). Sollte das gut klappen, könnten wir uns vorstellen, das öfters zu machen.

Kurz nach Doras Einzug steht dann auch schon Mikas Geburtstag an. Dieses Jahr möchte er mit Freunden feiern und wir werden wohl in unserer Pizzaria kegeln und essen gehen.

Uuuuund, ich bin diesen Monat schon fleißig dabei meinen allerersten "großen" Vortrag vorzubereiten. Uaaargh - ich bin sooo aufgeregt. 

Eine weitere klitzekleine Kleinigkeit hat der Mai auch erneuert: Meinen Winterspeck entfernt. Hehe - ich habe tapfer abgespeckt: über 4 kg bereits.

Ja, es gibt viele Gründe sich des Lebens zu freuen - doch manchmal muss man sich ein paar Tage Traurigkeit einfach zugestehen. Die hat auch ihre Daseins-Berechtigung. 

Mittwoch, 10. Mai 2017

... und sie soll "krank" sein ...



Eines vorweg: Ich weiß, dass Demenz kein Zuckerschlecken ist und viele pflegende Menschen irrsinnig viel Kraft aufbringen müssen. Alles, was nun folgt, ist rein auf mein persönliches Erleben mit meiner Oma bezogen - keinesfalls verallgemeinernd oder herunterspielend gemeint!

Meine Oma hat Demenz. Sie ist jetzt fast 87 Jahre alt. Seit etwas mehr als einem Jahr lebt sie im Pflegeheim. Jede Woche habe ich meinen festen "Oma-Tag", an dem ich sie vormittags besuche und mit ihr im naheliegenden Park spazieren gehe.

Natürlich war Oma nicht immer dement. Sie spielte schon immer eine große Rolle in meinem Leben. Meine Mutter war sehr jung als sie mich bekam und zunächst auch alleinerziehend. Soweit ich weiß verbrachte ich jedes Wochenende bei Oma bis ich fünf Jahre alt war und einen Stief- später Adoptiv-Vater bekam.

Auch im Teenie-Alter war ich regelmäßig dort, vor allem dienstags und donnerstags in der Mittagspause vor dem Nachmittagsunterricht.

Als Oma immer zerstreuter wurde, reagierte ich zunächst wütend. Es war einfach so schwer zu begreifen. Irgendwann jedoch musste ich mir eingestehen, dass die Entwicklung nicht aufzuhalten ist. Und dann kam der Punkt, an dem ich aufhörte, sie ernst zu nehmen. Ich nahm mir nicht mehr zu Herzen, wenn sie den Namen meiner Kinder nicht mehr wusste oder vergessen hatte, dass wir am Vortag telefoniert hatten. 

Mit dem Tag, an dem ich mir eingestehen musste, dass es "die" Oma nicht mehr gibt, konnte ich annehmen, dass ich nun eben an der Reihe war, zu geben. Es gibt einen Spruch, der mir auch in den sozialen Medien oft begegnet: "Hauptsache ICH weiß noch, wer sie ist." Und der könnte wahrer kaum sein.

Was wie "Pflicht" oder "Anstand" klingt, ist allerdings mittlerweile sogar eine Kraftquelle für mich geworden. Der wöchentliche Oma-Tag. Wenn ich in die Stadt fahre und sie in ihrem Heim besuche - und dann sehe wie ihre Augen leuchten, sobald sie mich sieht. Sie mag meinen Namen nicht mehr kennen - doch ihr Herz erkennt mich. Sie spürt meine Liebe.

Und wenn wir dann raus gehen in den Park, und ich sehe, wie sie vor Freude beginnt zu weinen, weil sie ein süßes Baby im Kinderwagen einer Spaziergängerin anhimmeln darf, wie sie sich unbändig über Gänseblümchen auf der Wiese freut, dann wird mir klar, wieviel "gesünder" sie, die Demenzkranke ist. Sie weiß nichts von gestern und sie denkt nicht an morgen. Sie spürt einfach die Liebe, die man ihr entgegenbringt und sie geht auf in all der subtilen Schönheit, die unser direktes Umfeld inne hat.

Ich bin die "Gesunde" von uns beiden. Und latsche regelmäßig auf mein Handy starrend durch die Natur, bedaure mich für Vergangenes und hadere mit der Zukunft. Sie ist die "Kranke", die auch für "Unkraut" stehen bleibt, weil es so herrlich gelb leuchtet.

Gemeinsam albern wir, singen in der Öffentlichkeit und lachen über uns selbst - die Fröhlichkeit und der Moment sind alles was zählt. Und das fühlt sich so gesund an...

Still wondering...

Dienstag, 9. Mai 2017

Sweety ist gestern gestorben



Gestern haben wir erfahren, dass Sweety gestorben ist. Nun leuchtet ein neuer Stern am Himmel.

Sweety hat auf dieser Welt unheimlich viel Schönes bewirkt.

Sie kam aus schlechter Haltung aus dem Ausland und wurde von meiner Tante adoptiert. Für sie war sie eine treue Begleiterin und gab ihr in der langen Zeit ihrer schweren Krankheit Halt und Kraft. Als meine Tante starb, wurde Sweety an deren Tochter vererbt. Aufgrund ihrer Berufstätigkeit war es ihr nicht möglich, sich genug um sie zu kümmern.

So kam sie zu uns - in die Familie, die absolut keine Haustiere wollte. Und sie eroberte unser Herz. Zwei Jahre war sie von Montag bis Freitag "unser" Hund - wohl eine (liebevoll bezeichnete) "Knalltüte", da sie super ängstlich und scheu war, doch wir liebten sie.

Meine Cousine gründete eine Familie und wanderte aus - Sweety zog mit in ein neues, tolles, freies Pferdehofleben und hinterließ dabei eine unerträgliche Leere und Stille in unserem Haus.

Ihr hat Annie nun ein schönes, geliebtes und behütetes Leben in Deutschland zu verdanken. Ohne Sweety wäre ich nicht zum Tierschutz gekommen, für den ich mich nun einsetze und mithelfe, Hundeseelen zu vermitteln. Und in 10 Tagen retten wir einer weiteren Hundedame das Leben, indem wir als Pflegestelle fungieren.

Danke Sweety - all das warst du!

Wir sind traurig und dankbar zugleich. Jana konnte heute vor lauter Trauer nicht in die Schule. Wir haben eine Kerze angezündet, für Sweety, damit ein Licht sie über die Regenbogenbrücke begleitet. Trotz unschönem Start kann man sagen, dass die Süße ein erfülltes Leben hatte.

Danke Sweety, dass du bei uns warst.


Sweety im Sommer 2016
Sweety und Annie bei ihrem Kennenlernen




Freitag, 5. Mai 2017

Die Greencard Lottery


 
Die einen vergöttern die USA, die anderen lehnen sie ab und schütteln den Kopf. Gerade heutzutage, bei all den politischen Veränderungen polarisieren die Vereinigten Staaten wieder enorm.

Wir sind keine naiven Menschen, mein Mann und ich. Wir sind uns dessen voll bewusst, dass dort nicht alles Gold ist, was glänzt. Wir verfolgen auch die Handlungen der dortigen Regierung, recherchieren das Sozial- und Gesundheitswesen, interessieren uns für die Bildungsmöglichkeiten der Kinder und wissen, dass so einiges viel schwieriger „drüben“ ist, als im abgesicherten Heimatland Deutschland.

Auch, wenn wir zugegebenermaßen regelmäßig die Auswanderer im Fernsehen anschauen, glauben wir keinesfalls daran, dass wir mit 2000 Euro und „Wurstbuden-Plänen“ in den USA Millionen machen.

Und dennoch ist er da: Der große Traum vom Auswandern. Womöglich sprechen unheimlich viele Fakten eher dagegen, doch – egal, wie schwer das nachvollziehbar sein mag – das Bauchgefühl, die Sehnsucht und das Gefühl am falschen Ort zu sein ist riesengroß.

Nun ist es leider so, dass das alles nicht so einfach ist. Die verschiedenen Visum-Arten sind durchaus kompliziert und kostspielig, bishin zu unmöglich (für uns). Keiner von uns ist mit einem Amerikaner verheiratet, wir haben weder Unsummen an Geld, die wir für ein Investorenvisum vorweisen können, noch möchten wir eine eigene Firma gründen. Auch die Versuche über den aktuellen Arbeitgeber „rüber“ zu kommen sind gescheitert.

Wir haben also an der Greencard Lottery teilgenommen. Um es kurz zusammenzufassen. Die Teilnahmevoraussetzungen sind relativ leicht erfüllbar und die Chancen (im Vergleich zum Lotto ;-)) gar nicht mal so schlecht. „Gewinnt“ man nun, heißt das jedoch nicht automatisch, dass man auch gleich die heiß ersehnte Aufenthalts- und Beschäftigungserlaubnis hat. Es folgt ein Beantragungsprozedere mit ärztlicher Untersuchung, Gespräch im Konsulat, … Über Google kann man hier recht schnell den genauen Ablauf erfahren…

Die Ziehung erfolgte nun am 1. Mai.

Am 2. Mai in der Früh, auf dem Weg zur Arbeit, las ich, dass es schon die Ergebnisse geben soll. Ich war ganz baff – ich hatte immer angenommen, dass dies erst Mitte des Monats der Fall sein würde. Die Strecke zur Arbeit an den PC erschien nun unerträglich lange. Dort raste ich förmlich an den Computer um dann zu lesen, dass (eigentlich klar) erst ab 12 Uhr mittags amerikanischer Zeit prüfbar werden würde, ob man gezogen wurde. Hilfe – das bedeutete nun warten und hibbeln bis 18 Uhr unserer Zeit.

Irgendwie schräg – nun hieß es nur noch Stunden zu warten, statt, wie vorher angenommen, Wochen und doch verging die Zeit nur unendlich langsam.

Um 18 Uhr starteten wir zuhause das Laptop uuuuuund: Nix ging. Die Internetseite war komplett überlastet. Durfte das wirklich wahr sein? In facebook verfolgte ich mit, wie auch andere Hoffnungsträger immer und immer wieder versuchten sich einzuloggen. Bis 22:30 Uhr tat ich nichts anderes, als nonstop die Aktualisierungstastenkombination zu drücken. Erfolglos.

Die Nacht war unruhig, um fünf krabbelten wir gleich wieder aus dem Bett. Und endlich konnten wir unsere Zahlen eintragen um zu schauen, ob es geklappt hatte. Zuerst die meines Mannes: nope. Dann meine: Auch nicht.

Auch, wenn ich mich wiederhole: Wir sind keine naiven Menschen. Und es war klar, dass das hier eine reine Glückssache ist.

Und dennoch: heute, am 05.05. sitz ich noch immer da und fühle mich „geschockt“. Seit dem letzten Sommer, als wir an der Lottery teilgenommen hatten, war das ganze Leben im Kopf nur noch „optional“. Wir machen dies und das FALLS wir auswandern, und für dies und das warten wir erst mal ab, ob wir die Greencard gewinnen, … In Gedanken, in den Träumen – überall war alles auf die große Frage ausgerichtet: Und WENN es doch klappt, dann…

Ich lese schon mehrere Jahre in verschiedenen Auswandererblogs mit und schaue mir auch entsprechende Vlogs total gerne an. Sogar Mika liest einen (Hedda in North Carolina) und träumt vom Auswandern.

Ja, und nun hat es eben nicht geklappt. Mein Mann meint tröstend, dass wir es in der neuen Runde noch einmal versuchen sollen. Aber ganz ehrlich: Jetzt und heute bin ich mir nicht sicher, ob ich das will. Ich bin nicht der Typ Mensch, der das einfach im Hintergrund laufen lässt und hier sein Leben weiterlebt. Wie soll ich frohen Mutes unser Geld in Hausrenovierungen und Neuanschaffungen stecken, wenn ich dann ständig im Hinterkopf habe, dass wir die finanziellen Mittel „vielleicht“ dann für die Auswanderung eher brauchen könnten.

Hach – ich weiß, dass viele Menschen diesen Traum haben und viele Menschen schon seit vielen Jahren an dieser Lottery teilnehmen. Und gleich beim ersten Versuch zu gewinnen wäre auch arg vermessen.

Doch Hand aufs Herz: Die Hoffnung war groß und ich bin jetzt erst mal abgrundtief traurig, dass es nicht geklappt hat. Mein Hirn weiß, dass dies auch in vielerlei Hinsicht erst mal gut so ist, doch das ändert natürlich nichts am Gefühl.

Jetzt heißt es erst mal „Aufstehen, Krönchen richten und weitermachen.“ Nur in welche Richtung es jetzt weitergehen soll, muss ich erst mal rausfinden.

Schnief.

 

 

 

Donnerstag, 13. April 2017

Schulwahl-Finale: Die Würfel sind gefallen!



Uff, ich kann mich nicht erinnern, dass wir uns jemals bei irgendeiner Entscheidung so schwer getan haben. 

Und das Allerschlimmste war, dass wir die arme Maus selbst komplett überfordert haben. Doch seit über eine Woche ist es nun fix. Trommelwirbel....

....

And Jana goes tooooo....

...

unserer Gesamtschule im Nachbarort! :-)


Über die riesige Auswahl an Schulen mitsamt deren Levels, Abstufungen, Voraussetzungen usw. habe ich hier ja schon ausführlich berichtet. Zuletzt gab es dann auch endlich Tage der offenen Türe. Zuerst in der Realschule, später konnte man auch die Gesamtschule beschnuppern.

Eigentlich wollten wir Jana zwischen beiden entscheiden lassen, doch das war keine gute Idee. Am Ende war sie nur noch verzweifelt, weil sie gar nicht mehr wusste, was sie eigentlich will und wo sie sich eher sieht. Ich glaube, wir waren auch in ihrer Klasse die einzige Familie, die bis zum Wochenende vor der Anmeldung (Dienstag) noch nicht wusste, wohin der Weg uns führt.

Warum haben wir uns jetzt für die Gesamtschule entschieden?

Zum Einen konnten wir uns unsere Jana da richtig gut vorstellen, als wir die ganzen Schüler am Tag der offenen Tür dort sahen.

Zum Anderen glauben wir, dass sie sich druckfreies Lernen in Kleingruppen absolut verdient hat, nachdem wir sie nun Jahr für Jahr "durchschupsten". 

Ein ganz simpel erscheinender Gedanke brachte die Entscheidung herbei: So sehr wir uns über den Abschluss, die Anschlussmöglichkeiten usw. den Kopf zerbrachen - letztlich wurde uns klar, dass die Zeit dorthin einen Namen hat: Kindheit. Das JETZT sollte zählen, denn das ist es, was die Kindheit unserer Tochter ausmacht. Glücklich soll sie sein. Und egal wie lange und kurvig der Weg zur Mittleren Reife auch sein wird - wir unterstützen sie, ihr Ziel zu erreichen. Doch Seelenfrieden soll der Begleiter sein, kein Hinterherhetzen und Mithaltenmüssen.

Am Tag der Anmeldung erfuhren wir dann, dass wider Erwarten sogar zwei weitere Kinder aus ihrer aktuellen Klasse dorthin gehen werden. Das freut mich total, so ist sie in der Stadtbahn schonmal nicht allein.

Das "Manko" Ganztageskonzept wurde nun für uns zum Plus. Denn wenn sie dann drei Mal die Woche um 16 Uhr nach Hause kommen wird, wird sie dies ohne Hausaufgaben tun. Ich denke, dass dies unser Familienleben sehr entlasten wird (Hausis sind ein leidvolles Thema hier).

Wir sind total erleichtert, dass wir nun eine Entscheidung getroffen haben und können aufrichtigst unterschreiben, dass wir komplett zum Wohle von Jana getan haben. Nun, da die Würfel gefallen sind, blicken wir optimistisch in die schulische Zukunft und sind guter Dinge. Tschakka!!!

Montag, 10. April 2017

Ein Wochenende der Wonderers...


Das Wochenende ist vorbei - lasset die Ferien beginnen, hehe...

Am Samstag hatte Jana mit ihrem Papa einen Ausflug mit dem Badminton-Verein. Sie trainiert da (noch nicht all zu lange) und mein Mann ist Assistenz-Jugend-Trainer. Es ging in die Kletterarena, die Vorfreude war riesig. Seit sie mit der Schulklasse mal einen Ausflug dorthin gemacht hatte, wollte sie das mal wieder machen. 


Mika und ich blieben da natürlich außen vor. Also beschlossen wir, gemeinsam ein wenig in die Stadt zu gehen und zu bummeln. Er schleckte ein Eis, wir gönnten uns in einer Saftbar frisch gepresste Säfte und hatten ein paar schöne Stunden. Es ist selten, dass wir nicht zu Viert unterwegs sind, ich genoss die Exklusiv-Zeit mit meinem Fast-Teenie. Hach...




Relativ zeitgleich kamen wir alle wieder nach Hause. Wir (oder eher ich?) machten noch die lange versprochenen Schoko-Crossies und ab dann war nur noch Couching auf dem Programm. 



Bei vier Menschen in vier verschiedenen Altersklassen ist das zwar nicht leicht, doch wir fanden tatsächlich vor nicht all zu langer Zeit eine Serie, die wir allesamt klasse finden. "The Middle" nennt sie sich. Wir lieben sie. Samstag Abend schauten wir wieder zwei Folgen - dann war Bettzeit.

Ca. 40 Minuten von uns entfernt ist die Stadt Ludwigsburg. Dort, ums Schloss herum, gibt es das sogenannte Blühende Barock und einen Märchengarten. Es hat sich für uns über die Jahre zu einer Tradition entwickelt, zwei Mal im Jahr dorthin zu gehen. Einmal zur Osterzeit und einmal im Herbst, wenn eine riesige Kürbisausstellung veranstaltet wird. Dieses Jahr sind wir der Osterzeit ein wenig zuvor gekommen, doch schön war es trotzdem. Hier einige Bilder:





















Und auch der Sonntag Abend endete im heimischen Wohnzimmer mit der Familie Heck (The Middle) auf dem Sofa...

Ach ja - noch ein kleines Goodie... Okay - wenn man es denn so nennen mag. Hier wurden die Felder gedüngt. Leider findet das Annie richtig klasse. Gleich zwei mal war mein Mann beim Gassigang nicht schnell genug, und das Ferkel hat sich gewälzt. Da hilft dann alles nix - außer Shampoo, Gieskanne und Handtuch. So nervig das ist - so goldig finde ich den Anblick des begossenen "Pudels": 




Donnerstag, 6. April 2017

Still Wondering: Ein tierischer Gast


Donnerstag Abend. Die Stunde zwischen 18 Uhr und 19 Uhr hat es im Hause Wonderer immer in sich an den Donnerstagen. Denn da gilt es gemeinsam Abend zu essen (und das kann sich ziiiiiieeeeehen, da das Töchterlein meditative Nahrungsaufnahme zelebriert), um dann hektisch in die Sportklamotten zu springen, da ich zum Body Cross gehe. Dieses wiederum findet in einem Personal Training Studio (nennt sich Lounge) statt, welches abgeschlossen wird, wenn man zu spät kommt.

Ich war also gerade im Stadium 2 - hektisches Sportklamotten zusammensammeln - als ich es an der Türe klopfen hörte. Auch das noch… Ein Blick aus dem Fenster klärte auf - es war mein Göttergatte. Er hatte den Müll rausgebracht. Doch wieso kam er dann vor zur Haustür? Das Klopfen wurde hektischer. Einbeinig in Leggins mit Haargummi in der Hand öffnete ich die Türe.
„Schnell - gib mir Annies Leine! Da draußen auf der (Haupt-) Straße ist ein Hund!“ Huch. Nanu? Okay. Er verschwand wieder nach draußen, ich hörte quietschende Reifen und hupende Autos. 

Und dann sah ich, wie mein Mann zurück kam. Mit einem „Kalb“ an der Leine. Uff! Vielleicht klingt diese Größenbeschreibung übertrieben, doch wenn man ein 30 cm Annie-Hündchen gewöhnt ist, trifft es das doch ganz gut. Der Rüde war wohl ein Schäferhundmischling und recht aufgewühlt. Er bellte und zerrte nicht, war aber sehr unruhig.

Das Body Cross ließ ich sausen - ich konnte meine Familie jetzt unmöglich alleine mit einer mittlerweile tobenden Annie, einem unbekannten großen Hund und eben dieser Was-machen-wir-jetzt-Situation alleine lassen. 

Mein Mann erzählte, dass der Hund auf der Straße ziellos hin und her lief, Autos Vollbremsungen einlegten und ihm - in der Annahme, er sei der Halter - den Vogel zeigten.

Wir versuchten Annie und den Gast miteinander bekannt zu machen - das ging gar nicht. Die Kleine tobte und er war auch - öhm - not amused. Also sperrten wir sie mitsamt den Kindern ins Wohnzimmer während wir erst die Straße nach suchenden Herrchen oder Frauchen absuchten, in diversen Facebook Gruppen ein Foto posteten und überlegten, was wir tun sollten. Es war nur klar, dass er nicht über Nacht bleiben konnte. Spätestens in dem Moment, in dem er nach mir schnappte, als ich ihn streichelte. 

Wir informierten die regionale Tiernothilfe. Hier mal ein riesen Lob! Wie toll, dass es solche Leute gibt. Sie kümmern sich ehrenamtlich um Fälle wie diesen, um Krankentransporte, Tierrettungen usw. Echt genial - wir wären sonst aufgeschmissen gewesen. 

Während wir uns also langsam über die seltsamen, sicher wohlgemeinten Kommentare in den sozialen Medien wunderten (Auf die Idee, nachzuschauen, ob am Halsband eine Hundemarke hängt, beispielsweise sind wir auch schon selbst gekommen), kam dann auch schon bald ein Ehrenamtler der Tierrettung. Er nahm den Fall auf und wartete weiter mit uns auf seinen Kollegen, der mit einem Chip-Lesegerät kommen wollte. 

Im Wohnzimmer tobte noch immer Annie, die Kinder trauten sich nicht raus und wir fütterten den tierischen Besucher, während wir ihn jedoch immer schön angeleint ließen. Mir war ziemlich mulmig. Es ist völlig klar, unter welchen Stress der arme Kerl stand, das änderte jedoch nix an meinem Respekt vor seiner Kraft.

Der Kollege kam - leider war der Hund jedoch nicht gechipt. Mein Mann ging dann mit den beiden Herren und dem Hund in der Nachbarschaft an die Türen klingeln, ob irgendjemand den Hund kennt. Keiner. Aber viele hatten ihn schon herum irren sehen. Übrigens schrieben das auch einige in der Facebook-Gruppe unseres Dorfes.

Wieder wunderten wir uns. Wieso hatte dann nie irgendwer etwas unternommen?

Ein klassischer Streuner konnte er nicht sein. Er war gepflegt, wohlgenährt und hörte auf Kommandos. 

Letztlich nahmen die Männer der Tierrettung ihn dann mit und brachten ihn ins Tierheim. Wir hatten ein Stück weit ein schlechtes Gewissen, doch es wäre absolut unverantwortlich gewesen, ihn zu beherbergen. Außerdem war (und bin) ich der Meinung, dass das Tierheim sicher der erste Ort ist, an dem man sucht, wenn man seinen Hund vermisst. 

Und so war es auch. Am nächsten Tag erfuhren wir (wiederum über facebook), dass Rico (so heißt er dann wohl) vom Ortsrand-Bauernhof-Weingut-Aussiedlerhof ausgebüxt war. Seine Familie holte ihn noch am gleichen Tag aus dem Tierheim. Er sei wohl ein Freigänger, der aber normalerweise eher in Richtung der Felder auf Wanderschaft geht. 

Wieder Dinge, dich mich wundern lassen:
  • Wenn mein Hund Freigänger ist - warum chippe oder markiere ich ihn nicht?
  • Wenn mein Hund groß und reizbar ist - warum lasse ich ihn dann frei durch den Ort streifen?

Naja - ich bin aber nicht die einzige, die sich so viel wundert. Wie wir schnell erfahren haben, war auch die Hundehalterfamilie verwundert: „Warum habt ihr ihn nicht einfach weiterziehen lassen?“

So direkt haben sie das nicht zu uns gesagt - jedoch zu einer Bekannten hier im Ort. 

Meine Antwort: 
Weil es richtig war. Weil ich mir das für meinen eigenen Hund auch wünschen würde - dass ihn jemand in Sicherheit bringt, wenn er auf einer Hauptstraße im ZickZack läuft. Und weil ich nicht möchte, dass Unfälle geschehen. Und weil ich finde, dass große oder kleine Hunde nicht herrenlos durch die Gegend ziehen sollten. Man stelle sich mal vor, ein Kind liefe vor Angst vor dem großen Hund vor ein Auto…. Still wondering.